Sparkasse: Niedrige Zinsen führen zu konservativen Geldanlagen

Eigene Immobilien erleben Renaissance

Eschwege.  Die eigene Immobilie hat bei den Kunden der Sparkasse Werra-Meißner eine Renaissance erlebt. Das ist das Ergebnis des niedrigen Zinsniveaus der vergangenen Monate, das der Sparkassenvorstand um Frank Nickel und Wolfgang Wilke jetzt vorstellte.

Trotz der vielen Krisenherde in Europa hat es das heimische Kreditinstitut geschafft, das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau zu halten. „Wir sind zufrieden“, sagte Vorstandsvorsitzender Nickel bei der Vorstellung der Bilanz 2014.

Nickel sprach von einem stabilen Geschäftsmodell, das von den Kunden getragen werde. Die Bilanzsumme liegt mit 1,745 Milliarden Euro knapp fünfzig Millionen Euro über dem Vorjahresergebnis. Zu dem Geschäftsmodell der Sparkasse Werra-Meißner gehört, den Kunden eine breite Aufstellung ihrer Geldanlagen zu empfehlen. „Aktien, festverzinsliche Einlagen und Immobilien gehören zusammen“, sagt Vorstand Wolfgang Wilke. Gerade der Kauf und die Investition in die Substanz der vorhandenen Immobilien sei wieder stark im Kommen. Wilke hat im vergangenen Jahr auf dem Häusermarkt eine Verbesserung der Qualität festgestellt, was die Kunden honorierten. Für den Wunsch nach Eigentum mache sich das niedrige Zinsniveau positiv bemerkbar, für die Banken sei es langfristig ein Problem.

Auf Dauer werden die Niedrigzinsen Auswirkungen auf die Ergebnisse der Sparkasse Werra-Meißner haben. Nickel erklärte, dass sich die Talfahrt bis 2017 erholt haben müsse. „Ansonsten werden auch wir Probleme bekommen.“ Nach Angaben des Vorstands sind in unmittelbarer Zukunft keine Gebührenerhöhungen für die Kunden geplant, „sind aber auch nicht auszuschließen“. Das Filialnetz soll bei rund 20 Geschäftsstellen im Kreis beibehalten werden. Die Rolle der Filialen werde sich aber verändern. Dem Onlinegeschäft wird eine höhere Bedeutung beigemessen.

Von Tobias Stück

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