Die Einnahmen der Kommunen im Kreis sind zu gering - Personalausgaben gesunken

Eigene Kraft reicht nicht

Zwang zum Sparen: Der Rotstift ist in den Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises besonders spitz. Foto: privat

Werra-Meißner. Ob Schutzschirm oder nicht - die Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises schaffen es nicht, mit eigener Kraft aus der Finanzmisere herauszukommen. An kommunalen Einnahmen hinken der Kreis und seine 16 Orte dem Landesdurchschnitt zum Teil weit hinter. Dafür arbeiten die Verwaltungen in der Regel kosteneffizienter als in anderen Teilen Hessens. Das ist das Ergebnis einer Auswertung, die das hessische Finanzministerium für alle Städte und Gemeinden des Landes aufgestellt hat. Die Ergebnisse sollen von den Regierungspräsidien an die Kommunen verschickt werden.

Zwei Beispiele: Die Kreisstadt Eschwege erzielte im vergangenen Jahr Einnahmen durch ihren Anteil an der Einkommensteuer in Höhe von 262 Euro pro Einwohner. Der Durchschnittswert für eine Mittelstadt liegt jedoch bei 407 Euro. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Gewerbesteuer: Durch die Abgaben der ansässigen Unternehmen nahm die Kreisstadt 279 Euro und Einwohner ein (Landesdurchschnitt: 565 Euro). „Wir werden vom Land nicht genügend ausgestattet und müssen dadurch Schulden machen“, sagte der Eschweger Kämmerer Reiner Brill. Am Ende müsse die Stadt die Leistungen kürzen und die Gebühren erhöhen. „Die Last wird hauptsächlich von den Bürgern mit kleinen und geringen Einkommen getragen“, sagte Brill.

Besonders krass sieht der Unterschied zwischen den beiden Nachbargemeinden Meißner und Berkatal aus. Während Meißner mit der Einkommensteuer 18 Euro pro Einwohner einnimmt, kommt Berkatal mit 306 Euro fast an den Landesdurchschnitt eines Dorfes (336 Euro) heran. Der Grund liegt in der solideren Wirtschaftsstruktur in Berkatal, wo eine Anzahl handwerklicher Betriebe angesiedelt sind, die viele Einheimische beschäftigen. Allein der Ortsteil Frankershausen (1000 Einwohner) bietet rund 400 Arbeitsplätze. In Meißner leben hingegen überwiegend Rentner und Menschen, die relativ wenig verdienen.

Bei den Verwaltungsaufwendungen haben die Kommunen ihre Hausaufgaben gemacht. So haben Berkatal 226 und Meißner 248 Euro Personalkosten pro Jahr und Einwohner. Der Landesdurchschnitt liegt bei 356 Euro. Eschwege bleibt mit 323 Euro (Durchschnitt 446 Euro) ebenso drunter wie Hessisch Lichtenau (356/379 Euro) und Witzenhausen. (297/379 Euro).

Von Dieter Salzmann

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