300 Flüchtlinge zu Julphar, 700 zu Friedola in Eschwege

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Auf dem ehemaligen Firmengelände des Pharmaziekonzerns Julphar am Eschweger Bahnhof sollen 300 Flüchtlinge unterkommen.

Eschwege. Zwei Unterkünfte für 1000 Flüchtlinge, die der Kreis bis kommenden Sonntag bereitstellen muss, entstehen in Eschwege. Die Kreisverwaltung hat sich für das Gelände des ehemaligen Pharmakonzerns Julphar in Eschwege und ein Gebäude des Freizeitartikelherstellers Friedola, ebenfalls in Eschwege, entschieden. Bei Julphar sollen 300 Flüchtlinge untergebracht werden, bei Friedola 700. Das gab Landrat Stefan Reuß gestern Nachmittag bekannt.

Aktualisiert um 16.25 Uhr

Nachdem der Kreis am Sonntag den Einsatzbefehl vom Land erhalten hatte, Platz für 1000 zusätzliche Flüchtlinge zu schaffen, hatten sich Mitarbeiter im Kreis sieben Standort angesehen und auf schnelle Verfügbarkeit, Größe und Ausstattung mit Heizung und Sanitäranlagen geprüft. Öffentlich Einrichtungen seien bei der Suche nicht in Betracht gezogen worden, so Reuß. Bei Julphar mietet der Kreis etwa 1350 Quadratmeter in den Gebäuden B und C an. Das sind ehemalige Büroräume, jeweils 16 bis 25 Quadratmeter groß. Die derzeit nicht funktionierende Heizung soll laut Kreisarchitekt Theodor Sternal noch in dieser Woche in Gang gebracht werden.

Bei Friedola kommen Flüchtlinge im zweiten und dritten Obergeschoss unter. Auf den jeweils 980 Quadratmetern bauen Helfer seit gestern Wohnwaben aus OSB-Platten, in denen jeweils sechs bis zehn Menschen unterkommen. „Wir lassen Freiräume, die Menschen sollen ja nicht eingepfercht werden“, so Kreisbrandinspektor Christian Sasse. Fluchtwege werden mit bunten Klebebändern markiert, Duschcontainer aufgestellt. Im ersten Obergeschoss entsteht die Verwaltung der Einrichtung. Das THW übernimmt die Ausstattung der Einrichtung. Die Verpflegung kommt von der Werraland-Beschäftigungsgesellschaft, Betreuung vom Kreisverband des Roten Kreuzes. Alle Kosten trägt, das Land, das ab Sonntag, 14 Uhr, für die Unterkünfte verantwortlich ist.

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