Hessens Bauernpräsident Friedhelm Schneider sieht keinen Grund zum Jammern

Eine ganz passable Ernte

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Eine staubige Angelegenheit ist die Getreideernte, was jedoch als Nebeneffekt für optimales Wetter in Kauf genommen wird. Weil bei weniger Viehhaltung und anderer Stallgestaltung auch weniger Stroh benötigt wird werden die Halme immer kürzer gezüchtet.

Die Getreidepreisentwicklung auf dem Weltmarkt sei Anlass, die Ernte 2012 trotz der großteils erfrorenen Wintersaat positiv zu sehen. Ursprüngliche Befürchtungen seien nicht eingetreten.

Harmuthsachsen. "Wir haben bis jetzt eine unterdurchschnittliche Ernte“. Das sagte Hessens Bauernverbandspräsident Friedhelm Schneider gestern bei der Jahreserntebilanz auf dem Rittergut Harmuthsachsen. Das gehört zu einer Betriebsgemeinschaft GbR mit 870 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und kann, wie ihr Geschäftsführer Ulrich Aschhoff vortrug, im Ernteergebnis als hessischer Schnitt gesehen werden.

So musste die GbR 70 Prozent des Wintergetreides umbrechen und neu aussäen. Das waren exakt 290 von 420 Hektar. Die verbliebene Wintersaat brachte weniger als 40 Doppelzentner pro Hektar, die Sommersaat zehn DZ mehr. Insgesamt schlagen 20 Prozent weniger Menge zu Buche, auch, weil das sonst nicht in dieser Größenordnung benötigte Saatgut knapp war. Mais und Rüben stehen gut, haben reichlich Wasser zum richtigen Zeitpunkt abbekommen, auch beim Raps wird eine passable Ernte erwartet, sagte Schneider.

Er sprach auch aktuelle politische Themen an, die den Bauern Sorgen bereiten. Der Landverlust durch den Autobahnbau müsse neu geregelt werden, stimmte er den Forderungen des Kreisbauernverbandes zu. Es waren Landwirte anwesend aus dem Raum Waldkappel, die bis zu 40 Hektar verlieren, die GbR in Harmuthsachsen zehn Hektar. Schlimm sei die Forderung nach Verbot von E-10-Sprit, weil das für Energie verwandte Getreide die Hungersnot angeblich beschleunige. Die könne nicht in Deutschland, sondern müsse vor Ort bekämpft werden. Man könne den Landwirten diese kleine Erwerbsquelle nicht einfach wieder wegnehmen, zumal nur fünf Prozent des Getreides für Energie eingesetzt würden. Früher, so Schneider, wurde ein Drittel an Pferde und Kühe verfüttert, um deren Arbeitsenergie als Zugtiere zu gewährleisten. An der Teller-Tank-Diskussion werde der HBV sich nicht beteiligen.

Von Helmut Mayer

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