Nach dem Erntedankfest: Die Eschweger Tafel freut sich über viele gespendete Nahrungsmittel

Eine Tonne Essen für die Tafel

ESCHWEGE. „Wir wollen uns für die guten Ernten und Gaben bedanken. Aber auch hungrigen und bedürftigen Menschen helfen, ihnen etwas von unserer Nahrung abgeben, ihre Not lindern helfen“. So hieß es in den Predigten zum Erntedankfest in den Kirchen des Werra-Meißner- Kreises.

Und es blieb nicht beim gesprochenen Wort, Taten folgten. Die Gemeinden, Kirchenvorstände, Kindergärten und Landfrauen im gesamten Kreis sammelten Lebensmittel, die sie mit viel Fantasie in den Altarräumen dekorierten und danach der Eschweger Tafel spendeten. Die freute sich, an drei Tagen mehr als eine Tonne dieser gespendeten Nahrungsmittel einsammeln zu können, die in den nächsten Tagen und Wochen an Bedürftige ausgegeben werden.

Die Fahrer der Eschweger Tafel, die Tag für Tag gespendete Lebensmittel von Bäckereien und Einkaufsmärkten sammeln, mussten Überstunden machen, die Tafel sogar noch einen zusätzlichen Transporter anmieten, um alle gespendeten Nahrungsmittel aus über 30 Kirchen im Kreisgebiet einzusammeln. Aus einigen Gemeinden gingen auch noch finanzielle Spenden bei der Tafel ein, die von Gemeindemitgliedern oder als Kollekte gesammelt wurden.

Margot Furchert und Birgit Müller, die Vorsitzenden der Tafel: „Großartig und beeindruckend, was uns in diesem Jahr gespendet wurde. Nicht nur viel frisches Gemüse, Kartoffeln und Obst, auch viele länger haltbare Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Nudeln, Hülsenfrüchte und Reis, aber auch selbst Eingekochtes, Gelees und Konserven. Wir freuen uns sehr über diese Spendenbereitschaft, die so groß war wie noch nie.“ An der Erntedank-Aktion beteiligten sich aber nicht nur über 30 Kirchengemeinden, eingebunden waren auch einige Kindergärten, deren Betreuer den Nachwuchs auch mit der Problematik der Tafeln bekannt machten. Der Kindergarten Mauerstraße aus Eschwege zum Beispiel sammelte für die Neustädter Kirche. Der Kindergarten Hoheneiche brachte die Waren sogar selbst in die Tafel nach Eschwege, wo die Kinder ganz stolz im Feuerwehrauto vorfuhren. Auch in Oetmannshausen und einigen anderen Orten sammelten Kinder Lebensmittel und Spenden und brachten sie in die Kirche. In Eschwege beteiligten sich neben der Neustädter Kirche auch die Neuapostolische und die Marktkirche. Aus den Eschweger Ortsteilen waren viele Spenden abzuholen aus den Kirchen Albungen, Eltmannshausen, Nieder- und Oberdünzebach, aber auch aus den Kirchen Altenburschla, Aue, Weißenborn, Langenhain, Abterode und Vierbach. In Datterode, wo die Kirche zur Zeit renoviert wird, fand der Erntedank-Gottesdienst stilecht in der Scheune Wieditz statt, in der viele Spenden lagerten. Ebenso in der Kirche von Röhrda.

In Bischhausen war sich Pfarrer Andre Lecke nicht zu schade, den Tafel-Mitarbeitern beim Verstauen der Lebensmittel zu helfen. Hier wie auch in Waldkappel, Hasselbach und Harmuthsachsen eine riesengroße und vielfältige Waren-Auswahl. Auf den Fahrten in den Schemmergrund und in das Hosbachtal lernten die Fahrer der Tafel auch die hübschen kleinen Kirchen in Schemmern, Kirchhosbach, Rechtebach, Friemen, Burghofen und Hetzerode kennen, die offen sind und jederzeit zu einem Besuch einladen. Aus den Kirchen von Wommen, Breitzbach, Grebendorf und Ulfen wurden die Waren direkt zur Eschweger Tafel gebracht. Aber nicht nur aus dem Kreisgebiet, erstmals auch über Spenden aus dem nahen Thüringen durfte sich die Tafel freuen: Aus den Kirchen von Wahlhausen, Lindewerra und Asbach-Sickenberg brachte der Transporter Gemüse und Lebensmittel mit.

Von Siegfried Furchert

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