Wahlbilanz der Kreis-Parteivorsitzenden

Der einen Freud ist der anderen Frust

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Werra-Meißner. „Riesig gefreut“ hat sich die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, Karina Fissmann, über die Ergebnisse der Wahlen. Ein Grund, warum Michael Roth, Dieter Franz und Lothar Quanz alle drei Direktmandate im Kreis gewonnen haben, sei ihre große Nähe zur Basis. Nicht nur zu Wahlkampfzeiten seien sie kontinuierlich in ihren Wahlkreisen präsent, sagte Fissmann. „Das war für den Unterbezirk total wichtig.“

Karina Fissmann

Dass die Union in einem traditionell eher SPD-geprägten Wahlkreis bei der Bundestagswahl bei den Zweitstimmen nahezu gleichauf liegt, zeigt in den Augen von CDU-Kreisvorsitzendem Frank Hix, dass die Arbeit der CDU für den Landkreis, die Städte und Gemeinden immer stärker anerkannt werde, Auf Landesebene kann er sich eine Koalition der CDU mit den Grünen „gut vorstellen“.

„Erfreulicher, als ich dachte“ nannte Grünen-Kreisverbandssprecherin Sabine Marten das Abschneiden ihrer Partei im Kreis. Insgesamt hätten die Grünen 500 Stimmen hinzugewonnen. Frustiert äußerte sie sich über den Einfluss der Medien auf den Wahlkampf. Gegenüber ihrer Partei und der SPD beziehungsweise deren Themen habe sie eine permanente Skandalisierung und Undifferenziertheit zum Beispiel in Fernseh-Diskussionen wahrgenommen.

Waltraud Eisenträger-Tomcuk war mit dem Ergebnis für ihre Partei Die Linke und auch ihr eigenes als Direktkandidatin „sehr zufrieden“. Die Wähler hätten verstanden, worum es ihr und der Linke gegangen sei. Auf Landesebene hatte sich Eisenträger-Tomcuk allerdings mehr versprochen. Ob es zur Zusammenarbeit mit SPD und Grünen kommt, kann sie nicht einschätzen. Das Ypsilanti-Syndrom scheine sich bis heute ausgebreitet zu haben.

Das Ergebnis seiner Partei sei „absolut katastrophal“, sagte FDP-Kreisvorsitzender Erhard Niklass. Die Verantwortlichen an der Spitze hätten die Verdienste und Konzepte der FDP nicht glaubhaft genug vermittelt. Dabei gebe es die sehr wohl. Niklass: „Jeder, und auch ich, muss sich fragen: Haben wir genug gekämpft?“ (clm/sff)

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