Brüder hehlten mit hochwertigen Alu-Kompletträdern

Auf Einen wartet das Gefängnis

Eschwege/Hessisch Lichtenau. Weil sie in Hessisch Lichtenau aus mehreren Autos ganze Sätze von hochwertigen Alu-Kompletträdern gestohlen und im Internet verhökert haben, sind am Dienstag zwei 31 und 32 Jahre alte Brüder aus den Landkreisen Kassel und Göttingen zu Haftstrafen von zwölf Monaten beziehungsweise zweieinhalb Jahren verurteilt worden.

Während der bisher unbescholtene jüngere Bruder mit Bewährung und einer Geldauflage von 1000 Euro davonkam, wartet auf den älteren der Knast. Wegen Betrugs war er seit 2006 bereits viermal einschlägig vorbestraft worden und saß nur sieben Monate vor den jetzt angeklagten Straftaten noch im Gefängnis.

Beiden Brüdern hielt das Schöffengericht Eschwege unter Vorsitz von Dr. Alexander Wachter gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Diebstahl vor und verurteilte den 32-Jährigen obendrein wegen gewerbsmäßigen Betrugs, weil er es gewesen war, der das Diebesgut über einen Ebay-Nutzerkonto zum Verkauf angeboten hatte. In zwölf von 14 Fällen hatten Kunden auch angebissen, die Brüder anschließend halbe-halbe gemacht.

Der Gesamtwert des Diebesgutes, das später bei den Käufern, aber auch bei einer Hausdurchsuchung fast vollständig sichergestellt werden konnte, beläuft sich auf mehr als 36.000 Euro.

Keinen Beweis gab es in der vierstündigen Hauptverhandlung dafür, dass das Duo auch hochwertige Räder von Fahrzeugen abmontiert und durch minderwertige Räder ersetzt hätte.

Das Verfahren gegen einen mitangeklagten dritten Bruder (35) wurde abgetrennt, weil in diesem Fall ein wichtiger Zeuge krankheitshalber nicht erschienen war. Ausdrücklich hatten zuvor die beiden jüngeren Brüder eine Mittäterschaft des älteren bestritten.

Die Verteidiger der beiden Verurteilten hatten mit jeweils neun Monaten auf ein deutlich geringeres Strafmaß plädiert, ihren Mandanten dabei vor allem auch deren umfassendes Geständnis zugute gehalten.

Wie die Beweisaufnahme ergab, war der 31-jährige Angeklagte im Tatzeitraum zwischen Dezember 2010 und Mai 2011 bei einer Firma in Hessisch Lichtenau beschäftigt, die auf dem Gelände der ehemaligen Blücher-Kaserne einen Lagerplatz für sogenannte Leasing-Rückläufer der Automarke VW unterhielt. Auf dem eingezäunten und mit Videokameras nur unzureichend gesicherten Gelände sollte er als Wachpersonal eigentlich für die Sicherheit der Fahrzeuge sorgen.

Diese Situation habe er „schamlos ausgenutzt“, sagte der Staatsanwalt. Statt die Fahrzeuge zu überwachen, habe er seinen Bruder mit einem Transporter kommen lassen, um die Autos auszuplündern.

Auf die Spur gekommen waren die Ermittler den Dieben über Nachforschungen im Internet, in dem die Räder per Fotos zum Verkauf angeboten wurden. Die Reue, die beide Angeklagten in ihrem Schlusswort zeigten, kam zu spät. (zcc)

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