Werra-Meißner-Kreis liegt damit im bundesweiten Trend

Einsätze für Retter steigen ohne Ende

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Werra-Meißner.  Die Rettungsdienste im Werra-Meißner-Kreis haben immer mehr zu tun. Die Einsatzzahlen sind im Jahr 2013 zum wiederholten Mal gestiegen, auf 13 289. Das sind rund vier Prozent mehr als im Jahr 2012, als 12 794 Einsätze gezählt wurden.

 Der Kreis reiht sich damit in den bundesweiten Trend ein, wonach die Einsatzzahlen im Rettungsdienst von Jahr zu Jahr durchschnittlich um rund vier Prozent steigen. Einzig im Jahr 2014 lagen die Zahlen etwas niedriger: Im vergangenem Jahr wurden 12 667 Einsätze von Rettungswagen und Notärzten gezählt.

Allerdings sei dies laut Dr. Dirk Schmolke, dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes für den Werra-Meißner-Kreis, eher ein Ausrutscher, denn in diesem Jahr seien die Zahlen bereits stark angestiegen. „Woran das genau liegt, kann man aber nicht sagen“, sagt Schmolke.

Ein Grund seien die Grippewelle und auch eine Zunahme der Magen-Darm-Infekte. Auch die Bevölkerungsstruktur mit vielen älteren Menschen spiele laut Schmolke sicherlich eine Rolle. „Gerade bei Älteren nehme die Häufigkeit der Erkrankungen zu und auch die Rückfallgefahr ist höher“, sagt der Mediziner. Auch die Krankenkassen sehen im demografischen Wandel einen Grund für die steigenden Kosten im Rettungswesen.

Aber auch das Alarmierungsverhalten spiele eine große Rolle, sagt Riyad Salhi, Sprecher der AOK Hessen. „In diesem Zusammenhang gibt es ohne jeden Zweifel auch rettungsdienstfremde Einsätze. Anders ausgedrückt: Es handelt sich nicht immer um Notfälle.“ Dies bestätigt auch Schmolke. Allerdings sieht er ein größeres Problem in den zwei unterschiedlichen Leitstellensystemen, dem hausärztlichem Notdienst der Krankenkassen und dem Rettungswesen. „Manchmal ist es für den Disponenten am Telefon schwierig herauszufinden, was vor Ort benötigt wird und im Zweifel wird dann auf den oft schnelleren Rettungswagen zurückgegriffen.“ (clm/dir)

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