Neue Verordnung

Einschnitte bei Jagd: Waidmänner im Werra-Meißner-Kreis protestieren

Werra-Meißner. Begrenzte Jagdzeiten und Mitsprache von Naturschützern: So, wie sich die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) die neue Jagdverordnung vorstellt, ist sie für Waidmänner nicht akzeptabel. Die Jäger im Werra-Meißner-Kreis laufen Sturm gegen den Entwurf aus dem Wiesbadener Umweltministerium und rufen heimische Waldbesitzer, Angler sowie Naturfreunde dazu auf, gegen die Verordnung mobil zu machen.

„Wir wehren uns gegen eine bundesweit beispiellose Attacke auf das Jagdrecht, die Hege des Wildes sowie den Natur- und Artenschutz“, sagt Herbert Rafalski, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Witzenhausen. So sehe der Entwurf beispielsweise für Rabenkrähen und Elstern die kürzesten Jagdzeiten vor. „Anstelle von sieben Monaten sollen die Vögel nur noch zweieinhalb Monate bejagt werden dürfen“, bestätigt Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege. Dabei bedrohten gerade Rabenkrähen und Elstern den Bestand von Jung- und Singvögeln massiv.

Als „ökologischen Schildbürgerstreich“ bezeichnet der Pressesprecher der Witzenhäuser Jäger, Christian Seibel, die Absicht, die Jagdzeiten für Graugänse zu streichen. Denn die müsse vielmehr verlängert werden: „Von der Werra bis zum Rhein wachsen die Wildgansbestände stetig an“, sagt Seibel. Massive Schäden in der Landschaft und verkotete Seen seien die Folge. „Überdüngte Binnengewässer kippen in der Sonne um“, sagt der Pressesprecher.

Für Unbehagen unter der Jägerschaft sorgt auch das Vorgehen der Politiker: „Die Landesregierung versucht, die Novellierung des Jagdrechtes auf dem Verordnungsweg, also am Landesparlament vorbei, in der Sommerpause durchzusetzen“, sagt Jörg Brauneis, Schriftführer des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege.

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