Musical enttäuscht

Eiskönigin: Anzeigen nach Aufführung in der Stadthalle

Eschwege. Wirbel um eine Aufführung in der Eschweger Stadthalle am Montag: Nach dem Stück „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ hat die Polizei von mehreren enttäuschten Zuschauern Anzeigen wegen des Verdachts auf Betrug aufgenommen. Das bestätigt Polizeisprecher Jörg Künstler auf Anfrage.

Aufführung der "Eiskönigin" in der Eschweger Stadthalle

Schon nach der zweiten von drei weitestgehend ausverkauften Aufführungen am Nachmittag waren Beamte von aufgebrachten Zuschauern zur Stadthalle gerufen worden. Laut Künstler nahm man dort die Personalien der Verantwortlichen auf. Der Veranstalter selbst war nach Aussagen eines Mitarbeiters nicht vor Ort. Für eine Stellungnahme war das „Live-Kindertheater“ am Dienstag nicht zu erreichen, unter einer der WR vorliegenden Telefonnummer hören Anrufer eine veraltete Bandansage.

Im sozialen Netzwerk Facebook und gegenüber unserer Zeitung machten Betroffene ihrem Unmut Luft. Sie kritisierten vor allem die hohen Eintrittspreise von 27,50 Euro im Vorverkauf und 35 Euro an der Tageskasse und die unprofessionelle Umsetzung des Stückes. Zudem sei die Aufführung mit etwa 45 Minuten zu kurz gewesen. „Der Veranstalter hat viele Familien über den Tisch gezogen und eine unterirdische Leistung abgeliefert“, sagt Dirk Schade aus Spangenberg. Marcus Schuchhardt aus Eschwege war ebenfalls enttäuscht: „Es war ein Weihnachtsgeschenk für unsere Kinder und dann wollten sie nach zehn Minuten nach Hause. “ Andere Besucher hätten von Mitgliedern des Theater-Teams eine Telefonnummer im Ausland als Kontakt erhalten, die sich aber als nicht existent erwiesen haben soll.

In der Buchhandlung Heinemann, die Karten für das Stück verkauft hatte, standen am Dienstag die Telefone nicht still. „Das hatten wir so noch nie“, sagt Inhaber Uwe Heinemann. Im Vorfeld sei der Umgang mit dem Veranstalter aber sehr professionell gewesen.

Rubriklistenbild: © WR/Kaiser

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