Eltern und Ehrenamtliche stützen  kleine Dorfschulen im Kreis

Werra-Meißner. Beim Kampf um die eigene Zukunft werden die kleinen Dorfschulen im Werra-Meißner-Kreis durch großes Engagement von Eltern und Ehrenamtlichen getragen.

Mit viel Einsatz und Leidenschaft sorgen sie unter anderem für ausgedehnte Betreuungszeiten und Angebote in Arbeitsgemeinschaften. Damit treten Eltern und auch Lehrer langfristig Überlegungen entgegen, ihre Schulen möglicherweise aufzugeben.

"Wir werden keine Grundschule schließen", bekräftigte Landrat Stefan Reuß (SPD) als Schulträger. Allerdings habe der Kreis keinen Einfluss darauf, falls das Land, das für das Personal zuständig ist, Lehrer abziehe. Das staatliche Schulamt beziehe sich bei der Planung immer auf die Prognosen des Kreises, sagte Amtsleiterin Anita Hofmann.

Im Fokus stehen stets die kleinen Dorfschulen, von denen die Graburgschule in Weißenborn mit aktuell insgesamt 14 Schülern besonders gefährdet ist. Nach einer Verordnung des Landes Hessen müssen auch in jahrgangsübergreifenden Klassen mindestens 13 Schüler sein.

Nach der Graburgschule die nächstgrößere im Kreis ist die Wiesenschule im Sontraer Stadtteil Ulfen. Sie hat aktuell 34 Schüler. Nach den derzeitigen Prognosen, die unserer Zeitung vorliegen, verändert sich diese Zahl kaum. Allerdings wird 2015 mit nur vier Einschulungen gerechnet. Im selben Jahr soll die Lindenhofschule im Witzenhäuser Stadtteil Gertenbach mit acht Einschulungen den niedrigsten Wert erreichen, die dann aber wieder steigen. Jedoch sind die Zahlen hier mit aktuell 76 Schülern recht hoch.

Noch dazu besticht die Lindenhofschule mit einem besonders guten Angebot, weil die Kinder von 7.40 bis 16 Uhr betreut werden, was sogar Eltern aus dem benachbarten Niedersachsen lockt. Und das, obwohl die Schule nur sechs Lehrkräfte hat. Vor allem Eltern und Förderverein setzen sich ein.

Von Stephan Strotkötter

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