Neue Flutmulde

Albungen bekommt endlich seinen Hochwasserschutz

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Spatenstich: (v. l.) Sabine Kaemling, Stadtrat Brill, Bürgermeister Heppe, Bauleiter Olaf Gröning, Ortsvorsteher Horst Schäfer und Dr. Kaj Lippert (Ingenieurbüro Björnsen)

Albungen. Nach fast fünf Jahrzehnten Planung bekommt der Eschweger Stadtteil Albungen jetzt einen Hochwasserschutz. Am Mittwoch erteilten Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe und Albungens Ortsvorsteher Horst Schäfer mit einem symbolischen Spatenstich die Freigabe für das mehr als drei Millionen Euro teure Projekt. Bis 2015 wird der Werra-Altarm parallel zur B 27 zu einer Flutmulde mit Deichen umgebaut. „Diese Arbeiten dienen nur der Entlastung von Albungen und den folgenden Orten wie Kleinvach oder Bad Sooden-Allendorf“, dämpft Sabine Kaemling von der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums die Euphorie. „Einen einhundertprozentigen Hochwasserschutz wird es nicht geben.“

Wenn die Werra über die Ufer steigt, sind die Einwohner Albungens jedes Mal besonders betroffen. Bis nah an das Ufer reicht die Bebauung. Retentionsflächen, die das Hochwasser auffangen können, sind rar gesät. Beim jüngsten Hochwasser im Juni sind Schäden in Höhe von über 50 000 Euro aufgetreten. Ortsvorsteher Schäfer drückte aus, was allen Albungern, die zahlreich an dem Spatenstich teilnahmen, am Herzen lag: „Endlich geht es los.“

In der kommenden Woche startet der erste von drei Bauabschnitten. 2015 sollen die Bauarbeiten in den Feldern nördlich und westlich des Eschweger Stadtteils abgeschlossen sein. Im Prinzip soll der Altarm der Werra geöffnet werden, damit das Hochwasser das Dorf auf zwei Seiten passieren kann. Das Gelände wird modelliert und die beiden Teiche entschlammt. Nach weiteren Erdarbeiten werden die Deiche mit dem Erdaushub aufgeschüttet. Erst ganz zum Schluss - im Jahr 2015 - wird die neue Flutmulde mit dem Hauptarm der Werra verbunden.

Besonderes Augenmerk wurde bei den Planungen auf eine biologische Bauweise gelegt. Naturschützer hatten in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Schonung der Natur hingewirkt. Ganz ohne Eingriffe in die Natur wird das Projekt nicht umgesetzt werden können. Ein technisches Bauwerk wird die Wassermengen auf Flutmulde und Werra aufteilen. Die Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro werden wegen der naturschutzrechtlichen Belange zu 85 Prozent vom Land Hessen gefördert, das 2,6 Millionen Euro übernimmt. Zum Tage, Seite 2

Von Tobias Stück

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