Rückkauf: EAM entsteht neu und heißt „Energie aus der Mitte“

Eon-Mitte kostet „nur“ 600 Millionen Euro

Kassel / Werra-Meißner. Zwölf Kreise in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen sowie die Stadt Göttingen bereiten sich auf die nächsten Schritte zum Rückkauf des Energieversorgers Eon Mitte vor. Inzwischen liegen allen Kreistagsabgeordneten die Details zu einer der größten Transaktionen in der deutschen Energiewirtschaft vor. Nach Informationen unserer Zeitung sollen für die 73,3 Prozent Anteile an Eon Mitte annähernd 600 Millionen Euro an den Eon-Konzern gezahlt werden.

Das ist weniger als die bisher vermuteten 700 Millionen Euro. Werra-Meißner-Landrat Stefan Reuß (SPD) zeigte sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Vor allem weil es eine „hochinteressante Finanzierungsmöglichkeit“ gebe. Details nannte er nicht.

Derzeit hält der Werra-Meißner-Kreis 1,02 Prozent an Eon Mitte und ist einer der 13 Alteigentümer, die den Energieversorger komplett zurückkaufen wollen. Danach würde der Kreis seinen Anteil auf 3,9 Prozent aufstocken. Im November, spätestens im Dezember soll das Vorhaben im Kreistag beschlossen werden. Zuvor seien noch einige Fragen zu klären, sagte Reuß.

Mit breiten Mehrheiten für das Vorhaben, die Gewinne aus dem Stromgeschäft in der Region zu lassen und dazu Arbeitsplätze zu sichern sowie die regionale Energiewende in die Tat umzusetzen, rechnet Robert Fischbach (CDU). Der Landrat im Kreis Marburg-Biedenkopf ist kommunaler Verhandlungsführer und überzeugt, dass sich der Rückkauf für die Kreise vielfach bezahlt macht. Das Unternehmen soll wieder EAM heißen, was dann nicht mehr für die frühere Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland, sondern für „Energie aus der Mitte“ steht.

Fischbach geht davon aus, dass die Mehrzahl der insgesamt 1300 Arbeitsplätze in der Region – davon 500 in der Kasseler Eon Mitte-Zentrale – erhalten bleiben und die Beschäftigten künftig für die neue EAM arbeiten. (ach/clm) ZUM TAGE

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