Kulturbund Eschwege präsentiert am Dienstag „Die Blechtrommel“

Kulturbund: In Volkmar Kamms Schauspielfassung von „Die Blechtrommel“ sind am Dienstag in der Stadthalle in Eschwege Jens Peter Brose, Juliane Koester, Raphael Grosch und Ralf Grobel zu sehen. Foto: Archiv

Eschwege. Am kommenden Dienstag, 1. November, steht „Die Blechtrommel“ nach dem gleichnamigen Roman von Günter Grass auf dem Spielplan des Kulturbundes Eschwege. Der Arbeitskreis Open Flair präsentiert das Theaterstück in der Stadthalle. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Einlass ist ab 19.30 Uhr.

Grass wurde mit seinem Erstlingswerk 1959 über Nacht zum gefeierten Literaturstar, die Verfilmung des Romans unter Regie von Volker Schlöndorff erhielt 1980 als Bester fremdsprachiger Film den Oscar – am Dienstag kommt die Geschichte des 2015 verstorbenen Literaten um den klein gebliebenen Protesttrommler Oskar Matzerath auf die Bühne der Stadthalle.

Volkmar Kamms Schauspielfassung zeigt von der Urszene auf dem kaschubischen Kartoffelacker, über Nazi-Tribüne, Aalfang mit Pferdeköpfen und Brausepulver-Erotik bis hin zu Fronttheater alles, was das Publikum an Bildern nach Lektüre und Film im Kopf hat. Eintrittskarten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie auf der Ticket-Seite der Veranstalter noch in allen Kategorien. Plätze in der vorderen Saalhälfte sind noch reichlich zu bekommen. Die Preise liegen zwischen 28 Euro für die besten Plätze und zehn Euro für eine vergünstigte Schülerkarte.

Zum Inhalt: Im Rückblick erzählt der mittlerweile fast auf Normalgröße gewachsene Blechtrommler Oskar Matzerath von seinem Leben – angefangen von der Zeugung seiner Mutter auf einem kaschubischen Kartoffelacker 1899 bis zu seinem 30. Geburtstag 1954.

Zwei Väter hat der 1924 in Danzig geborene Oskar, dessen geistige Entwicklung nach eigenen Angaben schon bei der Geburt abgeschlossen war: den polnischen Vetter seiner Mutter, mit dem sie ein Verhältnis hat, und ihren deutschen Ehemann, den Kolonialwarenhändler Alfred Matzerath. An seinem dritten Geburtstag stoppt Oskar sein Wachstum mit einem gezielten Sturz auf der Kellertreppe und entdeckt gleichzeitig, dass er die zerstörerische Gabe besitzt, Glas zu zersingen. An diesem Tag bekommt er auch seine erste Blechtrommel geschenkt, die für ihn zum Protest- und Verweigerungs-Instrument wird. Mit ihr wird er durch einen Walzertakt den martialischen Marschrhythmus der Nazis durcheinander bringen, mit ihr begleitet er den kleinwüchsigen Clown Bebra drei Jahre beim Fronttheater im besetzten Frankreich.

Mit der Trommel verschuldet Oskar Matzerath den Tod seines Zweitvaters beim Einmarsch der Siegermächte 1945 und mit ihr wird er auf Konzertreisen und mit Schallplatten ein reicher Mann.

Info: www.kultur-eschwege.de

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