Kraft der Elemente

Tag der erneuerbaren Energien: Wasserenergieanlagen öffneten ihre Tore

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Am Rad drehen: Umweltdezernent und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann liegt der Tag der erneuerbaren Energien sehr am Herzen. Im Museum der Wasserktraftanlage der Schlossmühle in Eschwege lässt er sich die Maschinen zeigen. Mit dem Rad ließ sich früher die Wassermenge regulieren, die zur Turbine geführt wird.

Eschwege. Die Sonne schickt keine Rechnung, ebenso wenig der Wind oder das Wasser. Allenfalls braucht man effiziente Methoden, um die Energie, die aus elementaren Kräften gewonnen werden kann, zu nutzen und zu speichern.

Am 26. April vor 28 Jahren ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Der bundesweite „Tag der erneuerbaren Energien“ soll an die Gefahren der Energiegewinnung durch Atomkraft erinnern und Alternativen aufzeigen.

In Eschwege stellte die ausrichtende Werratal Energie- und Umweltgesellschaft (WEGE) den Tag der erneuerbaren Energien unter das Thema „Energie aus Wasserkraft“. In drei Anlagen, der Trinkwasseraufbereitungsanlage des Zweckverbandes Meißner in Germerode, in der Schlossmühle in Eschwege und im E-Werk in Wanfried, konnten interessierte Besucher sich erklären lassen, wie aus Wasserkraft Strom gewonnen wird. In Germerode ist die Energiegewinnung eigent lich nur ein Nebenprodukt. Hier steht das Meißner-Wasser mit zehn Bar Druck in der Leitung der Trinkwasseraufbereitungsanlage - zu viel.

Anstelle Druckminderer einzuschalten, sollen zwei Turbinen die überschüssige Energie in erneuerbaren Strom umwandeln. „Dadurch können 120 000 Kilowattstunden Strom gewonnen werden, genug um 35 Haushalte zu versorgen“, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann. „Das hört sich zwar nicht viel an, doch wenn man überall kleine Anlagen einrichtet, in denen erneuerbare Energie erzeugt werden kann, gewinnen wir damit eine Menge.“ Auch in Eschwege wurde bereits seit dem Mittelalter die Kraft der Werra genutzt. Die erste Mühle am Schloss ist 1433 nachgewiesen. Hier wurde Getreide gemahlen.

Bilder vom Tag der offenen Tür

fs

1877 wurde dann die erste private Wasserkraftanlage installiert. 1993 stillgelegt, dient die Turbinenhalle unterhalb der Schlossmühle heute als Museum. Damals wurde eine ganz neue Turbine einige Meter tiefer direkt in die Strömung der Werra gebaut. Zusammen mit einem zweiten Turbinenhaus an der Werrabrücke können die Eschweger Stadtwerke dem Fluss auf diese Weise vier bis fünf Millionen Kilowattstunden Strom in Jahr abringen. „Mit dieser Energiemenge, können 1300 Haushalte versorgt werden“, erklärt Ralf Herrmann, technischer Leiter der Wasserkraftanlage. „Probleme bekommen wir in den letzten Jahren nur zunehmend durch das Algenwachstum im Frühjahr, das bis ungefähr zum Johannisfest anhält.

Dann können die Anlagen nicht laufen.“ Nach einer Führung durch das Museum und das Turbinenhaus an der Werrabrücke, dürfen die Besucher unter das Wasserniveau der Werra hinabsteigen und die riesige Turbinenanlage dort in Augenschein nehmen.

Von Kristin Weber

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