Wing-Tsun-Kurs in Eschwege

11. Oktober ist nun Welttag für Mädchen

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In Eschwege gibt es zum heutigen Weltmädchentag einen Wing-Tsun-Kurs nur für Mädchen, den die Jugendförderung organisiert hat.

Eschwege. „Mädchen sind in der Freizeitgestaltung und in der Familie noch oft im Hintertreffen.“ Das sagt Rigobert Gaßmann von der Jugendförderung der Stadt Eschwege. Er nutzt deshalb den ersten Weltmädchentag am heutigen Donnerstag, um etwas besonderes für Mädchen anzubieten.

Gemeinsam mit der Wing Tsun und Escrima Akademie Eschwege gibt es von 16.30 bis 18 Uhr einen Wing-Tsun-Kurs. Mitmachen können alle Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren kostenlos, er findet im Jugendzentrum Schlossmühle statt.

„Wir hoffen, dass sich daraus ein regelmäßig stattfindender Kurs ergibt“, sagt Gaßmann. Zudem hofft er, dass dies nur ein erstes Startsignal ist und es künftig noch mehr Freizeitangebote für Mädchen gibt. „Angebote für Jugendliche sind immer noch sehr stark an den Interessen von Jungen ausgerichtet“, sagte er. Mädchen müssten einfach noch viel selbstbestimmter und mitbestimmender werden. Das sagt auch die Gleichstellungsbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises, Thekla Rotermund-Capar: „Für mich ist dieser Tag ein klassischer Selbstbehauptungstag“, sagt sie. Sie will erst einmal abwarten, was deutschlandweit für Aktionen laufen und dann mal sehen, ob die Gleichstellungsstelle im nächsten Jahr auch etwas anbietet. Das so ein Tag notwendig und sinnvoll ist, da sind sich Rotermund-Capar und Gaßmann einig. Aus der Erfahrung mit dem Girls-Day weiß die Gleichstellungsbeauftragte, dass zwar mittlerweile die Betriebe auf Mädchen eingestellt sind, allerdings die jungen Frauen oft nicht auf die Betriebe in den typischen Männerberufen. „Oft werden die klassischen Frauenberufe gewählt, in denen die Verdienstmöglichkeiten allerdings oft sehr gering sind“, sagt Rotermund-Capar. Die Mädchen hätten heute meist bessere Schulabschlüsse als Jungen und müssten nun noch lernen sich auf dem Arbeitsmarkt auch durchzusetzen.

Problemlagen aufzeigen

Ins Leben gerufen wurde der Weltmädchentag von den Vereinten Nationen im Dezember des vergangenen Jahres. Ab diesem Jahr soll nun an jedem 11. Oktober auf die verschiedenen Problemlagen, die es immer noch für Mädchen und junge Frauen gibt, aufmerksam gemacht werden. In vielen ärmeren Teilen der Welt tragen Mädchen und Frauen die Hauptlast der Familienarbeit, haben keinen Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung oder sind gar nicht gewollt. Auch auf solche katastrophalen Zustände will der Weltmädchentag der Vereinten Nationen hinweisen.

Von Diana Rissmann

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