Oberärztin Kloß über den Bedarf der „Pille danach“ und weitere Verhütungsmethoden

Ärzte haben Hochkonjunktur am Johannisfest

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Oberärztin Friederike Kloß, Dr. Katja Höhn und Dr. Marietta Lucas-Wesemeier zeigen einige Arten der Verhütung.

Eschwege. Vor den Muttermund gelegter Krokodilmist oder aber auch ein Granatapfel, der ausgehöhlt als Diaphragma diente, gehörten zu den Verhütungsmethoden der Ägypter, die bereits zwanzig Arten kannten - teilweise mit recht fraglicher Wirkung.

Bei der Abendvorlesung für Jedermann am Dienstagabend erfuhren die Zuhörer jedoch nicht nur interessante Anekdoten, sondern natürlich auch alles über aktuelle und wesentlich effektivere Verhütungsmethoden. Sogar ein Kondom für die Frau, das es im Dreierpack für 18 Euro in der Apotheke gibt, hatte Oberärztin Friederike Kloß dabei, riet jedoch unbedingt dazu, derartige Barrieremethoden, zu welchen auch das Diaphragma und die Portiokappe gehören, nur in Verbindung mit Spermizid-Zäpfchen oder -Cremes zu verwenden.

 „Eine natürliche Art der Verhütung ist der Sensiplan, eine Symptothermalmethode, die sich das Wissen zu Eigen macht, dass Frauen zum Zeitpunkt des Eisprungs eine leichte Temperaturerhöhung von 0,5 Grad haben“, erklärte die Oberärztin. Diese Tatsache und weitere Veränderungen im Körper wie ein weicherer und sich leicht öffnender Muttermund sowie eine Veränderung in Aussehen und Konsistenz des Zervixschleims seien Anzeichen dafür, dass der Eisprung bevorstehe und eine Verhütung nötig ist. „Da Spermien jedoch fünf bis sieben Tage in Gebärmutter und Eileiter überleben können, muss die Frau dementsprechend früher und auch noch zwölf Stunden nach ihrem Eisprung verhüten“, riet Kloß. Diese Methode sei jedoch nur für Frauen, die einen regelmäßigen Zyklus haben, ein geregeltes Leben führen, da vor Messen der Temperatur sechs Stunden Schlaf notwendig sind, und auch nichts für 16-jährige Mädchen, auch wenn diese Art der Verhütung fast so sicher sei wie die Pille.

Neben der Anti-Baby-Pille stellte Friederike Kloß noch den Nuvaring, der eingeführt wird und somit vor Ort mit einer geringeren Dosis an Hormonen auskommt, Verhütungsstäbchen, Drei-Monats-Spritze und Verhütungspflaster als hormonelle Arten der Nachwuchsvermeidung vor. Für den Fall, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr nicht länger als drei Tage her ist, kann man sich nach Untersuchung durch eine Gynäkologin die „Pille danach“ in der Apotheke holen. „Dafür vergeben wir pro Wochenende ein bis zwei Rezepte, am Johannisfest letztes Jahr waren es jedoch 18 Frauen, die ein Rezept benötigten“, berichtete Kloß.

Von Gudrun Skupio

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