Brüder prügeln Mann vor Eschweger Autohaus krankenhausreif

Bewährungsstrafen nach Attacke mit Schlagstock

Eschwege. Weil sie einen 34-Jährigen an seiner Arbeitsstelle, einem Eschweger Autohaus, mit einem Schlagstock traktiert, mit Faustschlägen und Tritten überzogen sowie aufs Heftigste beleidigt haben, sind zwei Männer aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg gestern vor dem Eschweger Amtsgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Wegen versuchter Nötigung und gefährlicher Körperverletzung erhielt der 41-jährige Angeklagte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr; sein 28-jähriger Bruder wurde zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem müssen beide ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro zahlen. In der mehr als neunstündigen Verhandlung hörte das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Dr. Alexander Wachter elf Zeugen, um den Fall zu klären. So sollen die beiden türkischstämmigen Brüder ihr späteres Opfer im Juli des Jahres 2013 aufgesucht haben, um Geld aus vorangegangenen Drogengeschäften zurückzufordern.

„Ich habe eine Zeit lang Cannabis bei einem der Angeklagten erworben“, sagte der 34-Jährige. Doch weil er finanziell nicht dazu in der Lage gewesen sei, sofort zu zahlen, habe sich rasch eine Schuldensumme von 500 Euro angehäuft. „Plötzlich sollte ich aber 2500 Euro zahlen“, sagte der 34-Jährige. Andernfalls sollten „Gerüchte“ über ihn in die Welt gesetzt werden: „Mein Arbeitsplatz stand auf dem Spiel.“

Als er sich trotzdem nicht nur standhaft geweigert habe, die überhöhte Summe zu zahlen, sondern auch Fahrten als Drogenkurier ablehnte, hätten ihn die Brüder an seiner Arbeitsstelle aufgesucht. Auf dem Hof des Autohauses sei er zunächst mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden; daraufhin sei er in die Werkstatt geflüchtet. Dort ließen die Angeklagten erst von dem am Boden liegenden Mann ab, als ein Mitarbeiter des Autohauses dazwischen ging. Danach habe er drei Tage auf der Intensivstation behandelt werden müssen, sagte der 34-Jährige. Noch heute leide er unter Tinnitus.

Von Emily Spanel

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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