Konzentration an Cyanobakterien überschreitet Grenzwert - auch Werratalsee gefährdet

Blaualgen: Meinhardsee ist gesperrt

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Andreas Gründel hat gestern die Werte für Cyanobakterien im Werratalsee genommen. Sie schwanken zwischen 40 und 115 Mikrogramm pro Liter Wasser. Unbedenklich sind 40 Mikrogramm, gefährlich werden 150 Mikrogramm - wie im Meinhardsee.

Eschwege. Das Gesundheitsamt des Werra-Meißner-Kreises hat in Absprache mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) das Baden im Meinhardsee im Freizeitzentrum verboten und vom Schwimmen im Werratalsee abgeraten.

Nach dem Schwimmen soll man auf jeden Fall sich und die Kleidung gründlich waschen und das Seewasser nicht unterschlucken soll. Grund für die Warnung sind Cyanobakterien, die durch die Blaualgen in den beiden Seen verursacht werden. Ihre Konzentration ist zurzeit im Werratalsee leicht und im Meinhardsee stark erhöht.

Die Hinweisschilder werden ab einer Belastung von 40 Mikrogramm Cyanobakterien pro Liter aufgestellt. Dieser Schwellenwert wird sowohl am Ostufer bei Schwebda als auch am Südufer bei Eschwege überschritten. Die Werte liegen zwischen 50 und 115 Mikrogramm. Ab 150 Mikrogramm wird das Baden untersagt. Diese Empfehlung hat Andreas Gründel vom HLUG gestern Nachmittag an das Gesundheitsamt des Kreises ausgegeben, die sofort reagiert haben. Ein genauer Wert stand gestern noch nicht fest. Das Ergebnis wird für heute erwartet.

Eine Massenentwicklung von Cyanobakterien kann die Wasserqualität vermindern und die Nutzung einschränken. Einige der Toxine gehören können auch für Menschen gesundheitsgefährdend sein. „Die grüne Spanalge, die in beiden Seen vorkommt, kann Toxine ausscheiden“, erklärt Andreas Gründel vom HLUG, warum die Bakterien gefährlich sind. Schlucken dürfe man das Wasser nicht, hinterher solle man sich gründlich abduschen, empfiehlt er. Wann die Sperrung des Meinhardsees und die Warnmeldung für den Werratalsee zurückgenommen werden, steht noch nicht fest. Die Gewässer stehen jetzt unter Beobachtung.

Das Blaualgen-Problem ist bei den Betreibern des Sees in Eschwege und Meinhard längst bekannt. Vier Faktoren führen zu einer Vermehrung des Bakteriums.

• Der Pegelstand des Sees ist zu niedrig

• Am Ostufer gelangen Phosphate in den See

• Unterirdisch gelangt Wasser der Werra in den See

• Gründelnde Fische.

Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe war in dieser Woche im Umweltministerium in Wiesbaden vorstellig, um der Anhebung des Sees Nachdruck zu verleihen. Der Wasserspiegel soll um 70 Zentimeter angehoben werden. „Wenn weniger Sonnenlicht den Grund erreicht, wachsen die Pflanzen langsamer“, sagt Heppe. Staatssekretär Weinmeister hat die Unterstützung des Ministeriums zugesagt und Fördermöglichkeiten in Aussicht gestellt.

Von Tobias Stück

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