Spanier machen Praktikum in Firmen der Region

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Zufrieden mit der Zusammenarbeit: Werksleiter Volker Schmitt (links) hat ein Auge darauf, wie sich sein spanischer Praktikant Carlos Martin Garcia entwickelt. Gerade sprachlich entwickele sich der Teilnehmer des Projekts „The job of my life“ ordentlich.

Eschwege. Carlos Martin Garcia macht sprachlich gute Fortschritte. Der junge Spanier will alles genau verstehen und antwortet seinen Kollegen und Vorgesetzten bei Baumer Thalheim grundsätzlich auf Deutsch.

Garcia ist einer von 31 Spaniern, die Anfang Juni nach Deutschland gekommen sind, um im Landkreis ein Praktikum und später vielleicht eine Ausbildung zu beginnen. Volker Schmitt, Werksleiter bei Baum Thalheim, zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung seines Praktikanten. „Carlos hat sich bisher gut eingearbeitet, er unterstützt die Kollegen bei der Montage der Drehgeber und kann schon selbständig löten. Sprachlich macht er gute Fortschritte und er hat sich bereits gut in das Team integrieren können.“

Sprachkenntnisse verbessert

Besonders auf die Verbesserung der Sprachkenntnisse ist das Projekt ausgerichtet. So werden die Bewerberinnen und Bewerber während des 6-wöchigen Praktikums intensiv weiter in Deutsch unterrichtet. Trotzdem wird die deutsche Sprache Hürde und Herausforderung für Teilnehmer, Betriebe und auch die beruflichen Schulen sein. Die Ausbildungsordnungen werden für die ausländischen Bewerber nicht abgeändert und so ist die Vermittlung von berufsspezifischen Sprachkenntnissen besonders wichtig.

Fachkräftemangel bekämpfen und offene Ausbildungsstellen besetzen, ist das Ziel des Projekts. „Diese Aufgaben erfordern in Zeiten rückläufiger Schülerzahlen alternative Ideen“, sagt Uwe Kümmel, Leiter der Vermittlung der Agentur für Arbeit im Werra-Meissner-Kreis.

Spanier gut qualifiziert

Die Idee ausländische Bewerber zu gewinnen, die bereit sind eine Ausbildung in Betrieben der Region zu absolvieren, ist in Spanien, in den Regionen Madrid und Valencia, auf großes Interesse gestoßen. Spanien wurde als Zielland gewählt, da dort die Jugendarbeitslosigkeit aktuell bei rund 50 Prozent stagniert. Gut qualifizierte und motivierte Bewerber gäbe es dort reichlich.

Die angebotenen Stellen reichen von Ausbildungsberufen im Hotel- und Gaststättengewerbe, über das Handwerk bis hin zu Ausbildungen in Industriebetrieben. „Außergewöhnlich am Projekt im Werra-Meißner-Kreis ist, dass es sich über einen kompletten Landkreis und verschiedene Gewerke erstreckt“, sagt Kümmel. Das sei bisher einzigartig und stelle eine echte Herausforderung für alle Beteiligten dar. Besonders erfreut ist Kümmel vom Engagement der beteiligten Firmen bei der Integration der jungen Spanier: „Die Firma Baumer Thalheim ist ein gutes Beispiel dafür, wie gute Integrationsarbeit zu einem großen Vorteil für alle Beteiligten werden kann. Toll, dass wir so viele Arbeitgeber dieser Art im Kreis haben.“ (ts)

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