Magistrat verlangt Fakten zur Neuausrichtung der Initiative

Eschwege stoppt Zahlungen an das Stadtmarketing

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Auswärtige für Eschwege zu interessieren gehört zu den Aufgaben des Stadtmarketing: So wie hier bei der Eschweger-Automobil-Ausstellung EAA. 

Eschwege. Die Kreisstadt Eschwege hat ihre Zahlungen an die Initiative Stadtmarketing eingestellt und die jetzt fällige Quartalsrate nicht überwiesen. Das bestätigte Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad gestern auf Anfrage.

"Wir sind verunsichert, weil wir nicht wissen, wie das Stadtmarketing in Zukunft zu arbeiten gedenkt; es gibt zu viele Fragezeichen hinter der angekündigten Neuausrichtung“, sagt Conrad. Die Stadt bezuschusst die Organisation bisher mit 45.000 Euro pro Jahr. „Wir wollen nicht, dass das städtische Geld in der Haushaltskonsolidierung des Vereins verschwindet, sondern dass damit Stadtmarketing finanziert wird“, so Conrad. Bürgermeister Alexander Heppe unterstützt das: „Das Geld ist nicht für Verwaltung gedacht, sondern für Außenmarketing, für Werbung auch in den Nachbarkreisen.“ 

„Das widerspricht dem Grundsatz von Treu und Glauben“, kritisiert Stephan Schenker vom Stadtmarketing-Vorstand die Entscheidung. Vom einstigen 100.000-DM-Zuschuss der Stadt seien nach Euro-Umstellung und Pauschalkürzung ohnehin nur noch 45.000 Euro übrig geblieben. „Das sind 6130 Euro weniger als zunächst zugesagt.“ Kritik an der Geschäftsführung der Initiative Stadtmarketing kommt auch aus dem Umfeld des Vereins.

Die Entscheidungen des geschäftsführenden Vorstands seien intransparent, und die Sachkosten viel zu hoch. Unnötig viel Stadtmarketing-Geld fließe in die Kassen der Kreishandwerkerschaft. Die Initiative Stadtmarketing ist Mieter in den Geschäftsräumen der Kreishandwerkerschaft und greift auf Bürodienstleistungen der Kammer zurück. Das wird in Rechnung gestellt. Schenker, der auch Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft ist, weist die Kritik an zu hohen Rechnungen an das Stadtmarketing zurück und rechnet vor, dass statt der 12.000 Euro für Dienstleistungen wenigstens 52.000 Euro pro Jahr abgerechnet werden müssten.

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