14-jähriger Junge soll missbraucht worden sein

Verdacht der Vergewaltigung: Männer aus Eschweger Flüchtlingsunterkunft in Haft

Eschwege. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen zwei Männer aus dem Irak, die in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Eschwege einen 14-Jährigen vergewaltigt haben sollen.

Die beiden 20-Jährigen wurden am Samstag von Beamten der Polizeidirektion Werra-Meißner festgenommen und sitzen in Kassel in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern laut Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel noch an.

Aktualisiert um 13.40 Uhr

Per Notruf war die Polizei mit mehreren Streifenwagen am Samstagabend zu einer Schlägerei in die Unterkunft an der Helgoländer Straße gerufen worden. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass der mutmaßliche sexuelle Missbrauch Auslöser für die Auseinandersetzung war, an der mehrere Verwandte, darunter der Vater des 14-Jährigen beteiligt waren. Die Lage konnte durch Beamte der Polizeistation Eschwege beruhigt werden. Der Junge wurde laut Polizeisprecher Jörg Künstler ärztlich untersucht und ist wieder bei seiner Familie.

Dem Haftrichter vorgeführt

Die beiden Festgenommenen wurden auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft am Folgetag dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Bei einer Verurteilung drohen beiden Männern mindestens zwei Jahre Haft. Möglich ist aber auch, dass sie wegen ihres Alters nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden. Dabei gibt es kein Mindeststrafmaß“, so Wied.

Sollte es zu einer Gefängnisstrafe kommen, müssten Verurteilte mit ungeklärtem Asylstatus ihre Strafe zunächst in einem deutschen Gefängnis verbüßen, erklärt Wied weiter. „Gibt es keine konkreten Asylgründe, können die Menschen auch abgeschoben werden.“ Dies geschehe aber im Regelfall erst, nachdem die Hälfte der Strafe verbüßt sei.

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