Wahl am Sonntag

Eschwege ist die einzige Kommune im Werra-Meißner-Kreis mit Ausländerbeirat

Eschwege. 967 Ausländer mit Wohnsitz in Eschwege sind am Sonntag dieser Woche aufgerufen, einen neuen Ausländerbeirat zu wählen. Auf einer Gemeinschaftsliste kandidieren zehn Bewerber für die sieben Sitze in dem Gremium. Der langjährige Vorsitzende, Ramiz Arifi, tritt nicht wieder an.

Die Kreisstadt Eschwege ist die einzige Kommune im Werra-Meißner-Kreis mit Ausländerbeirat. Der ist zwingend vorgeschrieben, wenn mindestens 1000 Menschen mit ausländischer oder ohne Staatsangehörigkeit in einer Stadt oder Gemeinde leben. Das war zum Stichtag – 30. Juni 2014 – in Eschwege zwar nicht der Fall. Allerdings hat die Kreisstadt schon vor Jahren in ihrer Hauptsatzung verankert, dass ein Ausländerbeirat unabhängig von der Zahl der ausländischen Mitbürger eingerichtet wird.

Inzwischen leben in Eschwege deutlich über 1000 Ausländer. Die Zahl ist mit der Zunahme der Asylbewerber kräftig gestiegen. Die jüngste Erhebung stammt aus dem Mai dieses Jahres und weist 1140 Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit Wohnsitz in Eschwege aus.

1994 wurde in der Kreisstadt erstmals ein Ausländerbeirat gewählt. Die Aufgaben sind vielschichtig. Grundsätzlich hat das Gremium die Aufgabe, die Interessen der Ausländer in den städtischen Gremien zu vertreten. Ganz wichtig sind das Klima sowie die Verständigung zwischen Deutschen und Zuwanderern. „Die meisten Ausländer fühlen sich hier generell wohl“, sagt Ramiz Arifi. Seit fast 20 Jahren engagiert er sich in dem Beirat, seit 2002 ist er dessen Vorsitzender.

„Integration ist immer ein Prozess“, sagt Arifi im Interview mit der Werra-Rundschau. Er wirbt bei den Eschwegern mit ausländischem Pass um Mitwirkung und hofft auf eine bessere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren. 2010 lag die nämlich bei lediglich 16,30 Prozent.  

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