SPD Eschwege will Projektentwicklungsgesellschaft der Kreisstadt neu ausrichten

Neue Nutzungsideen anschieben: Die SPD Eschwege will die Projektentwicklungsgesellschaft der Kreisstadt auf neue Füße heben, sodass der Leerstand – wie die Lagerhäuser am ehemaligen Hafen (Foto) – bekämpft wird. Foto: Rissmann

Eschwege. „Leerstand bekämpfen und weiteren vermeiden ist die dringlichste Aufgabe in Eschwege", sagt Alexander Feiertag, Fraktionsvorsitzender der SPD Eschwege. Deshalb möchte die SPD die Projektentwicklungsgesellschaft (PEG) der Kreisstadt auf neue Füße heben.

Das Problem

Vor allem in der Kernstadt gebe es laut Feiertag viele überholungsbedürftige Altbauten für die die Eigentümer oder Erbengemeinschaften keine Perspektive mehr sehen. Das Problem dabei sei, dass die Kernstadt so wenig attraktiv zum Wohnen sei, betont Feiertag: „Die Innenstädte wurden in den 70er- und 80er-Jahren in Einzelhandelszentren gewandelt, doch in Zeiten des Internets geht der Einzelhandel immer weiter zurück.“ Wolle man verhindern, dass die Innenstadt irgendwann leer stehe, müsse man jetzt reagieren. Feiertag betont, dass selbstverständlich auch die Stärkung des Einzelhandels Aufgabe der PEG sein wird. Auch für die alternde Bevölkerung sei diese Umstrukturierung wichtig, denn barrierefreie Wohnungen in der Innenstadt seien Ideal für Senioren.

Die Gesellschaft

Die Projektentwicklungsgesellschaft der Kreisstadt wurde vor rund acht Jahren mit dem Ziel Stadtentwicklung ins Leben gerufen. Sie ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Eschwege mit den beiden Geschäftsführern Wolfgang Conrad (Wirtschaftsförderung) und Klaus Kurz (Fachbereichsleiter Planen und Bauen). „Seit dem Abschluss des Projektes Schlossgalerie allerdings ist es sehr ruhig um die Gesellschaft geworden“, sagt Feiertag. 

Die Idee

Die SPD möchte die PEG neu aktivieren und beantragt deshalb in der kommenden Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 1. Dezember, 50 000 Euro für die PEG in den Haushalt 2017 einzustellen. „Wir müssen die Projektentwicklungsgesellschaft in die Lage versetzen, neue Konzepte zu entwickeln“, erklärt Feiertag. Dafür halte er auch eine personelle Aufstockung für notwendig: „Ich könnte mir vorstellen, dass man einen Stadtplaner einsetzt.“ Feiertag hofft, dass die anderen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag mittragen und er als gemeinschaftlicher Antrag eingereicht werden kann. 

Die Aufgabe

Die PEG solle laut Feiertag eine „aufsuchende Arbeit“ betreiben, dass heißt konkret, dass auf die Eigentümer zugegangen werden soll. „Für jedes Gebäude muss dann ein individuelles Nutzungskonzept auf die Bedürfnisse der Eigentümer zugeschnitten werden“, sagt Feiertag.

So solle unter anderem auch über Zuschuss- und Finanzierungsmöglichkeiten beraten werden. „Da gibt es neben Fördergeldern noch viele weitere Möglichkeiten, wie etwa die Gründung von Kooperativen oder die Einrichtung eines Immobilien- oder Solarfonds“, sagt Feiertag. Das Beispiel

Beispiele gibt es laut Feiertag viele: Unter anderem könnte er sich vorstellen, dass die Lagerhallen an der ehemaligen „Hafenanlage“ - die Gebäude vom unteren Stad in Richtung Landgrafenschloss - die aktuell leer stünden, in attraktiven und barrierefreien Wohnraum gewandelt werden könnten.

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