Eschwege und Witzenhausen vor 40 Jahren zusammengeschlossen

Werra-Meißner-Kreis feiert Gründungstag

Eschwege. Landrat Stefan Reuß (SPD) nennt ihn „den schönsten Landkreis in ganz Hessen und vielleicht auch darüber hinaus“. Kreistagsvorsitzender Dieter Franz (SPD) schwärmt vom einmaligen Ausblick vom Schwalbenthal am Meißner ins Werratal.

Vor 40 Jahren ist aus den damaligen Kreisen Eschwege und Witzenhausen der Werra-Meißner-Kreis entstanden. Heute wird mit 500 geladenen Gästen Jubiläum gefeiert. „Wir haben hier eine ganz hohe Lebensqualität, die wird an vielen Stellen unterschätzt“, sagt Landrat Reuß. Er weiß um das Entwicklungspotenzial der Region und um die Stärken. Dass die nicht immer gleich erkannt werden und an einigen Stellen auch noch ausbaufähig sind, ist im Bewusstsein. „Wir haben für unsere Verhältnisse richtig viele gute Sachen“, sagt Landrat Reuß, „nur wer das Selbstbewusstsein hat, kann das auch nach außen darstellen und dafür werben“. Unübersehbar sind aber auch die Probleme dieser Region, die an Bevölkerungsschwund, Überalterung und sterbenden Dörfern leidet. Die Einwohnerzahl ist inzwischen unter die Marke von 100.000 gesunken. Stimmen, die den Zusammenschluss kleiner Kreise fordern, werden immer wieder laut.

 Dieter Franz will davon nichts wissen. „Nicht allein die Größe kann und darf darüber entscheiden“, sagt Franz. Ländliche Strukturen seien anders zu bewerten, als die übrigen Landesteile, so der Kreistagsvorsitzende. „Das ist das Argument dafür, dass unsere Zukunft in der Eigenständigkeit liegt.“ Landrat Reuß sieht das ähnlich: „Der Werra-Meißner-Kreis hat eine Größe, die leben kann und die lebt.“

Im Nachbarland Bayern hätten viele Kreise weniger als 50.000 Einwohner. „Aber wir müssen über neue Strukturen und engere Zusammenarbeit nachdenken“, sagt er und weist darauf hin, dass das in vielen Bereichen längst geschehe.

Von Harald Sagawe

Kommentare