Solidaritäts-Konzert für die Pilger in der Ukraine

Initiative Black and White setzt in Eschwege ein Zeichen für den Frieden 

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Singen in der Eschweger Innenstadt für den Frieden: Die Musiker der Wanfrieder Initiative „Black and White“.

Eschwege. „Eines zeigen diese Märsche: Es gibt nicht nur Menschen in der Ukraine, die eine gewaltsame Lösung des Konflikts suchen, sondern auch Menschen, die Frieden wollen und ein Ende des Krieges.“ Das sagte Wolfgang Lieberknecht von der Demokratie-Werkstatt Wanfried am Mittwoch bei einer Friedenskundgebung in der Eschweger Innenstadt.

Seine Musikgruppe „Black and White“ hatte sich am Stad/Ecke Forstgasse versammelt, um Solidarität mit den ukrainischen Pilgern zu zeigen, die seit Anfang Juli auf Kiew zugelaufen und gestern am Ziel in der ukrainischen Hauptstadt Kiew angekommen waren. Ihre Botschaft: eine friedliche Zusammenarbeit mit Russland. Notwendig sei die Aktion vor allem, weil „für die deutschen Medien dieser Marsch bislang keine Nachricht wert war“, sagte Lieberknecht. Die Aktion solle deshalb ein Zeichen der Solidarität sein und das Schweigen über die Situation in der Ukraine brechen. 

Hielt eine Ansprache für den Frieden: Wolfgang Lieberknecht (64) von der Initiative "Black and White" und der Demokratie-Werkstatt Wanfried.

Lieberknecht wünscht sich, dass sich eine internationale Friedenskoalition entwickelt, die das seit 1989 aufgebaute Vertrauen zu Russland wieder stärkt. „Es ist dringlich“, sagte der 64-Jährige in seiner emotionalen Rede. Der sich zuspitzende Konflikt zwischen der Nato und Russland erzeuge eine große Gefahr: „Es könnte die Eskalation zu einem erneuten großen Krieg sein, der dann sehr wahrscheinlich atomar geführt wird“, so Lieberknecht. „Zudem kostet uns dieser Konflikt bereits jetzt schon einiges, denn die Bundesregierung hat erst kürzlich mit dem Hinweis auf die sich zuspitzende Situation angekündigt, die Rüstungsausgaben verdoppeln zu wollen.“ Das fresse Sozialleistungen und Mittel, die man für die internationale Zusammenarbeit einsetzen könne. Lieberknecht erinnerte daran, dass Gesamtdeutschland damals nur in die Nato eintreten durfte, weil das Versprechen gegeben wurde, dass das Militärbündnis keinen Zentimeter weiter Richtung Russland vorrückt. „Ist nicht der Bruch dieses Versprechens seitens der US-amerikanischen und deutschen Regierung der erste Vertrauensbruch gegenüber Russland? 

Heute fliegen deutsche und andere Natoflugzeuge kriegseinsatzfähig direkt an den russischen Grenzen, wenige hundert Kilometer von den Zentren Russlands“, merkte Lieberknecht an. Wünschenswert wäre ein gemeinsames Sicherheitsbündnis mit Russland, betonte der Redner: „Das hatte sogar der russische Präsident Wladimir Putin vorgeschlagen.“ Die Trommelaktion soll nur der Beginn gewesen sein: Für Anfang September plant der 64-Jährige ein Friedensforum in Wanfried, zu dem neben dem Blasorchester aus dem russischen Istra auch Vorträge und Workshops rund um das Thema Frieden mit Russland angeboten werden sollen. Dafür sucht Lieberknecht derzeit noch Mitstreiter, die sich entweder selbst mit einem Angebot einbringen möchten oder die für einen der rund 60 Musiker einen Schlafplatz für zwei Nächte anbieten könnten.

• Kontakt: Wolfgang Lieberknecht, Bahnhofstraße 15, 37281 Wanfried, Tel. 0 56 55/92 49 81, E-Mail: b.u.w@gmx.net

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