Werratalsee: Anhebung laut Grünen nicht nötig

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Hochwasser im Werra-Meißner-Kreis, Blick auf Albungen vom Weidschen Blick aus.

Eschwege. Die Eschweger Grünen sehen keine Möglichkeit für eine Genehmigung der Anhebung des Wasserspiegels des Werratalsees und bezweifeln auch die Notwendigkeit dieses Vorhabens.

„Das Regierungspräsidium hat deutlich erklärt, dass die Wasserspiegelanhebung nicht genehmigungsfähig ist, deswegen wird da auch nichts gehen“, sagte der Stadtverordnete Armin Jung.

Die Grünen widersprechen damit ihrem Koalitionspartner SPD, der zuletzt erklärt hatte, weiter an der Erhöhung des Niveaus um bis zu einem Meter festhalten zu wollen, wenn das für die Verbesserung der Wasserqualität erforderlich sei. „Das könnte sich erübrigen, wenn die Kanalsanierung in Schwebda und die Reduzierung des Fischbestandes greifen“, sagte der Grünen-Stadtverordnete Lothar Dietrich, „das scheint eine gute Möglichkeit zu sein.“ Gemeinsam mit ihrer Fraktionskollegin Claudia Fiedler verneinen die beiden Abgeordneten auch die Abdichtung des Dammes zwischen Werra und See. Das sei nicht sinnvoll, so Jung, der darauf verweist, dass mit der Inbetriebnahme der Nordseepipeline durch K + S - das Unternehmen leite heute bis zu 2500 Kilogramm Phosphor im Jahr in die Werra ein - 2021 oder 2022 der Fluss erheblich weniger Schadstoffe transportiere und somit an den See abgebe. Dabei stelle sich auch die Frage, welchen Anteil Siedlungsabwässer an der Werraverschmutzung hätten. „Wir müssen uns allerdings dann neu Gedanken machen, wenn der Werratalsee wieder den Zustand vom Sommer 2012 hat“, so Jung mit Hinweis auf die Massenentwicklung der Cyanobakterien, die vor knapp zwei Jahren zu einer Badewarnung geführt hatten. Den Hochwasserschutz wollen die Eschweger Grünen nicht auf das Seegebiet alleine beschränkt wissen. „Wir müssen das gesamte Flussauensystem in einen guten Zustand versetzen“, sagt Jung. Lothar Dietrich hat die hohe Fließgeschwindigkeit der Zuflüsse als eine Ursache ausgemacht. „Die Werra füllt sich zu schnell, das führt zur großen Hochwasserproblematik“, so Dietrich. Und Jung fordert: „Regenwasser muss wieder in der Erde versickern können, dafür brauchen wir Flächen.“ Ackerflächen in den Flussauen müssten zu Grünland werden, so die Forderung der Grünen, die darin durchaus Konfliktpotenzial mit der Landwirtschaft sehen. „Es gilt zwei Aufgaben zu lösen“, so Jung: „die Finanzierung und die Verständigung mit der Landwirtschaft. Das wird ein langer Prozess.“

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