Eschweger Filmclub produziert Video zum Werra-Meißner-Lied

Alle Hände voll zu tun: Günter Schneider vom Filmclub Eschwege beim Schneiden des Musikvideos.

Eschwege. Klaus Heißner ist stolz auf sein Werk. Sein Werra-Meißner-Lied ist seit den 1980er-Jahren populär. Seit Kurzem gibt es sogar ein Video auf der Internetplattform YouTube dazu. Dafür hat der Filmclub Eschwege um Günter Schneider gesorgt.

Heißner hat vor 34 Jahren das Werra-Meißner-Lied komponiert. Statt CDs gab es damals in den Geschäften vorwiegend Schallplatten und Musikkassetten. Deutschland war noch nicht wiedervereinigt. Und die Band, mit der er unterwegs war, nannte man Kapelle. „Mit der bin ich oft in der Gemeinde Ringgau aufgetreten, und in anderen Orten im Werra-Meißner-Kreis“, erinnert er sich.

Bei seinen Auftritten kam Heißner immer wieder in Aue vorbei. Dort ist an der Wand eines Fachwerkhauses ein Gemälde des Heiligen Bonifatius zu sehen, mit dem Spruch „Wann wird Frieden schweben über dieser Aue?“ Einer Legende zu Folge soll Bonifatius, als er im Werratal missionierte, vom benachbarten Hülfensberg heruntergeblickt haben, als er diesen Satz sagte. Die Namen der heutigen Orte Wanfried, Frieda, Schwebda und Aue sollen sich daraus herleiten lassen.

„Diesen Spruch hatte ich immer wieder vor Augen – und er war die Inspiration für das Lied“, erklärt Heißner. Im Refrain des Schlagers heißt es, leicht abgewandelt: „Oh du schönes Werra-Meißner-Land, Perle Hessens und mein Heimatland. ‘Frieden über deinen Auen schwebt, ich möcht nie mehr von dir gehen.“ In dem Lied beschreibt Heißner Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Orte im Werra-Meißner-Kreis. Das Wahrzeichen Eschweges – der Dietemann – kommt dort vor, sowie das Höllental, Neu-Eichenberg und das Dreiländereck.

Lied wurde zum Gassenhauer

Später arrangierte Heißner das Lied für einen Gesangverein in Kammerbach. Dadurch wurde es auch für Chöre populär, und entwickelte sich schnell zu einem echten Gassenhauer und zu einer Hymne für die Region. „Wir hören und singen das Lied immer, wenn wir mit dem Obst- und Gartenbauverein gemeinsam Busreisen unternehmen“, sagt Günter Schneider. Da der 85-Jährige beim Eschweger Filmclub aktiv ist, haben er und sein Kollege Hans-Heinrich Köhler in den vergangenen Jahren viele Aufnahmen vom Werra-Meißner-Land gemacht. In mehreren Stunden Arbeit hat er daraus einen Film gemacht, und ihn mit dem Heimatlied unterlegt.

Als der Komponist das fertige Werk zum ersten Mal sah, war er sofort begeistert davon. Nur einen Verbesserungsvorschlag hatte er: „Schöner wäre es, wenn man Untertitel einbaut, in denen die Landschaften benannt werden. Dann wissen auch die, die nicht aus der Region kommen, wovon die Rede ist.“ Gesagt, getan. So ist das dreieinhalbminütige Werk jetzt bei YouTube zu sehen.

Von Marc Hörcher

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