Letztes Konzert am 22. Dezember

Die Eschweger Rockband Bitune löst sich auf

Wie aus einer anderen Zeit: Das erste Bitune-Foto aus dem Jahr 1996 zeigt (von links) Martin Bartscher, Sascha Wiegand, Lars Wagner, Paul Wrettom und Thomas Bartscher.

Eschwege. Im Juz Eschwege hat Bitune am 22. Dezember 1996 ihr erstes Konzert gespielt. Am Sonntag, auf den Tag genau 17 Jahre später, werden sie die Band mit einem letzten Konzert auflösen.

Wenn Sascha Wiegand, Martin und Thomas Bartscher am Sonntagabend auf die Bühne steigen, dann schließt sich für sie ein Kreis. Dazwischen lagen die Höhen und Tiefen einer Musiker-Karriere.

Die erfolgreichste Zeit erlebte Bitune in der Besetzung mit Sascha Wiegand (Gesang, Gitarre), Martin (Schlagzeug, Gesang) und Thomas Bartscher (Bass) sowie Christian Wosimski (Gitarre). Zehn Jahre lang machten die vier gemeinsam Musik, nahmen Platten auf und tourten durch Europa. „Diese Zusammensetzung gibt es seit drei Jahren nicht mehr, es fühlt sich richtig an aufzuhören“, sagt Martin Bartscher. „Es ist Zeit, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen und etwas neues zu beginnen.“

Der Gedanke, professionell Musik zu betreiben, kam Martin Bartscher und Sascha Wiegand in einer „magischen Nacht“ im Jahr 1999. Seitdem forcierten die beiden die Idee und hatten in ihren Bandkollegen Chris Wosimski und Thomas Bartscher die idealen Freunde an ihrer Seite. „Wir haben allerdings zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt begonnen“, sagt Martin Bartscher. 2002, als die Plattenverkäufe in der Musikbranche erstmals zurückgingen, wollten sie durchstarten. Die Anfänge waren vielversprechend. Bitune lernte Ace kennen. Der Gitarrist der Rockband Skunk Anansie produzierte die Eschweger Musiker. „Das war die schönste Zeit“, sagt Bartscher. Die Band nahm zwei EPs auf und spielte im Vorprogramm von Billy Talent oder den Toten Hosen vor Tausenden. 2007 bekamen sie bei dem englischen Label Headroomrecords einen Plattenvertrag. Zwei Studio-Alben nahmen sie in dieser Zeit auf, Deutschland- und England-Touren folgten.

Wirklich leben konnten die vier Jungs trotz ihres Plattenvertrags von ihrer Musik nicht. Alle mussten nebenbei dazuverdienen. Drei arbeiteten beispielsweise als Musiklehrer. „2010 waren wir ausgebrannt und haben uns selbst eine Pause verordnet“, erzählt Martin Bartscher. Bitune existierte seitdem eigentlich nicht mehr - auch, weil ein Proberaum fehlte. Chris Wosimski ging für ein Solo-Projekt nach Berlin. Sascha Wiegand versuchte bei „The Voice of Germany“ sein Glück und kam in Deutschlands anspruchsvollster Castingshow in das Team von The Boss Hoss.

Bitune löst sich auf: Bilder aus den vergangenen Jahren

Am Sonntag wollen sich die vier von ihren Fans verabschieden. Freunde und Weggefährten werden zum letzten Konzert von Bitune ins Eschweger Juz kommen. Mit dabei auch der neue Gitarrist Jo Goetze. Um 20 Uhr ist Einlass. Als Vorband spielen Jonathan Hard aus Erfurt. Und danach schließt sich der Kreis.

Von Tobias Stück

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