Eschweger Tierheim ist brechend voll

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Martina Ahrens hilft ehrenamtlich im Tierheim aus. Sie kann nicht verstehen, warum dort so viele Katzenbabys wohnen.

Eschwege. Nicht nur das Wetter spielt verrückt, auch die Hunde- und Katzenbesitzer im Kreis verlassen in diesen Tagen gewohnte Verhaltensmuster. „Während der Sommerferien werden immer mehr Tiere ausgesetzt als sonst", sagt Gudrun Schmidt.

In diesem Sommer aber, ist sich die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Werra-Meißner sicher, sind es mehr Tiere als je zuvor. „Es vergeht keine Nacht und kein Tag, an dem nicht mindestens ein Tier gebracht wird“, klagt sie. Normalerweise sind es im Schnitt ein bis zwei Tiere pro Woche.

In der Konsequenz ist das Tierheim an der Thüringer Straße in Eschwege brechend voll. Für 18 Hunde ist Platz, 22 sind es derzeit. Bei den Stubentigern ist es noch schlimmer: Die Katzenhäuser bieten nach dem jüngsten Anbau aus 2011 Platz für 70 Katzen, 84 sind es derzeit, darunter viele Katzenjunge. Damit steigen auch die Kosten für Futter, Medikamente und Tierarzt. Auch wurde im vergangenen Jahr das Personal aufgestockt, um der vielen Arbeit noch Herr zu werden. Eine zusätzliche Mülltonne war notwendig geworden. Das alles kostet. 2011 hatte das Tierheim Ausgaben von rund 150 000 Euro. In diesem Jahr rechnen die Verantwortlichen mit einer erneuten Steigerung.

„Schicksalsschläge oder Krankheiten kann keiner vorherplanen“, sagt Schmidt. In solchen Fällen bemühen sich die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer um jeden Findling. „Wir sind alle mit Herzblut dabei, aber es kommt immer häufiger vor, dass die Menschen ihre Tiere aus völlig banalen Gründen abgeben“, so Schmidt.

Viele Tiere kommen krank ins Tierheim, weil ihre Besitzer die Tierarztkosten nicht zahlen konnten oder wollten. Auch Umzüge oder eine neue Partnerschaft sind beliebte Abgabegründe.

Von Stefanie Bettinger

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