TV-Debatte ändert Meinungen nicht – Moderator Raab polarisiert

Eschwegern fehlte Brisanz im Kanzlerduell

Eschwege. 17,6 Millionen Zuschauer sahen die TV-Debatte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück. In Umfragen schien kurz nach der Sendung der SPD-Kandidat um einige Prozentpunkte besser abgeschnitten zu haben.

Fragt man die Menschen im Werra-Meißner-Kreis, scheint es ebenfalls keinen klaren Gewinner zu geben.

Der Eschweger Rainer Neumann sah die Kanzlerin knapp vor ihrem Konkurrenten. Obwohl er selbst die CDU wählen wird, fand er, dass Peer Steinbrück den „guten Argumenten“ Merkels gegenhalten konnte.

Das Fazit von Karin Achtelig aus Bad Sooden-Allendorf sieht genau umgekehrt aus. Sie wird die SPD wählen und fand auch im TV-Duell Angela Merkel eher schwach. „Da ist man aber vermutlich unbewusst etwas vorbelastet, wenn man ohnehin weiß, wen man wählen will“, sagt sie. Das weiß Georg Knierim noch nicht. Für den 75-Jährigen war das TV-Duell keine Hilfe. „Es hat ja keiner auch nur im Ansatz mal Tacheles geredet“; sagt er.

Viele Zuschauer hätten sich aber schärfere Diskussionen der beiden Kontrahenten gewünscht. „Wir haben erwartet, dass es da richtig Zoff gibt. So war es wenig aussagekräftig“, sagt Günther Friederich aus Reichensachsen. So sieht es auch Fritz Näcker: „Es war langweilig, weil gar keine richtige Diskussion aufkam.“

Auch das Moderatorenteam wurde kontrovers diskutiert. Besonders Stefan Raab, vom Privatsender Pro Sieben ins Rennen geschickt, polarisiert. „Raab hat das stark gemacht. Er wollte direkte Antworten ohne Floskeln und hat deswegen bissig gefragt“, sagt Rajab Sharifi, Berufsschüler in Eschwege. Ursula Brandt aus Wittenberg fand den Entertainer „ziemlich albern. Dass er ständig dazwischengeredet hat, hat mich sehr genervt.“

Eine Entscheidungshilfe scheint das Duell für die Menschen im Kreis nicht gewesen zu sein.

Von Lasse Deppe

Eine Umfrage zum Duell der Kanzlerkandidaten lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe.

Kommentare