Sadowskys Dates im Eiscafé

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Matthias Sadowsky

Eschwege. Die schönen Dinge des Lebens sind ihm wichtig: Musik, vorzugsweise Jazz aus der Vorkriegszeit, ein interessantes Buch, ein Bordeaux, am liebsten von einem Weinberg in der Nähe des Örtchens Bages im Pauillac, den einst die Familie Liberal bepflanzt hat und deren Namen das edle Tröpfchen noch immer trägt - wie gemacht für einen FDP-Politiker.

Matthias Sadowsky feiert heute in Eschwege siebzigsten Geburtstag. Der frühere Erste Stadtrat, Kämmerer und Vizebürgermeister der Kreisstadt engagiert sich heute, knapp zehn Jahre nach seinem Abschied aus dem Rathaus, für die Ausbildung des musischen Nachwuchses. Sadowsky gehört dem Vorstand der Musikschule sowie deren Förderverein an und ist selbst Stifter. „Der Mensch ist mehr als Dreisatz und Englisch“, sagt Sadowsky. Es dürfe nicht nur der staatlichen Bildung überlassen sein, „was in den Rucksack des Lebens gehört“. Der Mensch ist mehr als Dreisatz und Englisch. Matthias Sadowsky „Das ist Bürgersinn, wenn Menschen sich engagieren“, so Sadowsky. Das gebe es ebenso im Sport und in der Kunst. „Da tummeln sich ganz viele Leute, die nicht darauf warten, dass Frau Merkel den Seegen über uns ausbreitet.“ Nach dem Jurastudium und einigen Jahren bei einer Großbank in Frankfurt eröffnete Sadowsky in Sontra eine Anwaltskanzlei. Die sei nach kurzer Zeit schon gut gelaufen. An Politik habe er zu dieser Zeit nicht gedacht, bis nach der Kommunalwahl 1981 der damalige Vizelandrat Theodor Leyhe in seiner Kanzlei saß. „Ich dachte, der hat ein Eheproblem“, erinnert sich Sadowsky. Tatsächlich hatte der FDP-Parteifreund aber ein ganz anderes Anliegen: Sadowsky sollte Erster Stadtrat in Eschwege werden, nachdem CDU und Liberale die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt gewonnen hatten. Der Start in den neuen Job verlief wenig verheißungsvoll. „Ich wollte mich beim Bürgermeister vorstellen und bekam im Vorzimmer gesagt: Herr Rudolph hat keine Zeit.“ Nach Rudolphs krankheitsbedingtem vorzeitigen Ausscheiden und später, nachdem auch dessen Nachfolger Harald Eberhardt vor Ende der Amtszeit zurückgetreten war, übernahm Sadowsky die Amtsgeschäfte. Ob er nicht daran gedacht habe, selbst Bürgermeister in Eschwege zu werden? „Wenn die SPD einen Kandidaten von außerhalb geholt hätte - vielleicht“, antwortet Sadowsky. Es kam anders: Jürgen Zick wurde Bürgermeister. „Das war eine sehr gute Zusammenarbeit, zunächst auf einem loyalen, dienstlichen Level, dann zunehmend auf einer von Freundschaft getragenen Ebene“, sagt Sadowsky, „ich hatte das Glück, mit einem Mann zusammengearbeitet zu haben, der eine solche Qualität ablieferte.“ Heute freut sich der Jubilar auf das tägliche Klavierspiel, sagt, er habe gerade ein entspanntes Johannisfest erlebt und genieße „die Dates mit meiner Frau im Eiscafé“.

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