Eschweger Freizeitbad wird für  Hallenbadsaison präpariert

Espada - Frühjahrsputz im Herbst

Eschwege. Das Eschweger Freizeitbad hat derzeit geschlossen. Das wissen enttäuschte Wassersportler spätestens nach ihrer vergeblichen Anreise. „Normalerweise hatten wir den Revisionstermin für die Woche nach den Sommerferien angesetzt“, erzählt Betriebsleiter Udo Schneider.

Dann aber kippte erst der Werratalsee um und schließlich noch das Wetter. Für Schwimmer und Wasserratten eine Katastrophe. „Wir entschlossen uns kurzfristig, den Zeitraum für die technische Wartung und Reinigung des Bades umzulegen, was für die beteiligten Firmen eine zusätzliche Herausforderung darstellte“, berichtet er. Schließlich mussten Termine geändert, Ersatzteile ab- bzw. neubestellt und Absprachen neu getroffen werden:

„Es ist notwendig, dass die Becken gereinigt werden. Wenn wir dazu aber das Wasser im Hauptbecken ablassen, steht bei der Menge von 750 Kubikmetern Wasser die komplette Kanalisation am Schwalbenpfad unter Wasser, in diesem Moment darf natürlich kein Mitarbeiter der Stadtwerke in der Kanalisation arbeiten“, sagt Schneider. Auch aus einem anderen Grund dürfen die Becken nicht einfach so entleert werden: „Das Wasser steht erst einmal zwei Tage im Becken, damit sich der Chlorgehalt neutralisiert. Anderenfalls würden wir die Bakterienflora des Klärwerks schädigen.“

Neben der Beckenreinigung werden außerdem Ventile, Klappen und Rohrleitungen überprüft, Fliesen ersetzt, sowie Tanks und Filter gereinigt. Um die mehr als mannshohen Filter zu reinigen, heuern die Firmen sogar Studenten an, die schlank und klein genug sind, um sich durch die schmalen Wartungsöffnungen in die Filter zu zwängen. Danach muss neues Filtermaterial säckeweise durch die engen, von Rohrleitungen durchwachsenen Katakomben manövriert und in die Filter gefüllt werden.

Der Wartungszeitraum hat zwar einen festen Platz im Jahresrhythmus des Bades, er stellt aber dennoch immer einen zeitlichen Balanceakt dar: „Manchmal ergeben sich dringend notwendige Reparaturen erst im Laufe der Arbeiten, diesmal musste zum Beispiel eine komplette Rohrleitung getauscht werden, obwohl wir eigentlich nur deren Isolation erneuern wollten“, sagt Schneider. Für die Arbeiten müsse genügend zeitlicher Spielraum vorgesehen sein, falls den Mitarbeitern unvorhersehbare Reparaturen in die Quere kommen. Andererseits wolle man natürlich die Unterbrechung des Badebetriebs so gering wie möglich halten, daher müssten bei Schwierigkeiten unwichtige Arbeiten zurückgestellt werden, sagt Schneider. Weil die beiden Filter für das große Becken trotz ihres Alters - Baujahr 1968 - durch regelmäßige Wartung noch so gut in Schuss sind, ist dieses Becken bereits wieder halb voll. Ursprünglich war ein Wartungszeitraum von 14 Tagen einkalkuliert worden, dieses Mal genügen dem Team um Udo Schneider aber zehn Tage. „Wir füllen mit ca. 20 bis 30 Kubikmeter pro Stunde, sind bezüglich der Menge aber abhängig von den Stadtwerken,“ erklärt der Betriebsleiter. Dementsprechend müsse die Wasserentnahme auch einmal gedrosselt werden, wenn andernorts dringender Bedarf bestehe. Die wichtigsten Arbeiten sind also bereits abgeschlossen, es stehen nur noch kleinere Arbeiten an. So müssen noch eine Reihe von Fliesen ersetzt und neu verfugt werden, bevor das Bad am Montag wieder öffnen kann.

„Zukünftig können wir durch diese Instandhaltungsarbeiten auch bei einem Besuch von 2000 Open-Flair-Gästen sicherstellen, dass ausreichend warmes Wasser zum Duschen zur Verfügung steht“, freut sich Schneider.

Die letzte Frage, wann denn die Deckenverkleidung der Schwimmhalle im 70-er Jahre Stil renoviert werde, beantwortete Herr Schneider mit einem Grinsen: „Tja, die Decke! Wenn wir die anpacken, dann müssen wir uns auch das Dach vornehmen. Das ist für 2013 geplant.“

Da dieses Projekt aber unmöglich während des Badebetriebes realisiert werden kann, steht ein Programmpunkt für die nächste Revision 2013 schon fest.

Von Wolfram Skupio

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