Ungereimtheiten in der Anklage gegen Studenten entdeckt

Essensklau bei Tegut: Gericht will weitere Zeugen hören

Eschwege. Nach mehrstündiger Verhandlung ist am Dienstag der Prozess vor dem Amtsgericht Eschwege um die Witzenhäuser Studenten, die Lebensmittel von Gelände des Tegut-Supermarktes gestohlen haben sollen, vertagt worden.

Die Verteidiger stellte nach der Vernehmung der drei geladenen Zeugen weitere Beweisanträge, auch weil sich Widersprüche zwischen den Angaben im Polizeibericht vom Juni 2013 und den Aussagen vor Gericht ergeben hatten. So konnte etwa nicht geklärt werden, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum der Lebensmittel abgelaufen war.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Studenten im Alter von 23 bis 27 Jahren vor, in einen abgesperrten Bereich des Supermarktes eingedrungen und von dort Lebensmittel gestohlen zu haben, die für die Witzenhäuser Tafel bestimmt waren. Die Angeklagten äußerten sich zu diesem Vorwurf während der gesamten Verhandlung nicht.

Als Zeuge war ein Tegut-Mitarbeiter geladen, der am Tag nach der angeblichen Tat der Polizei gegenüber bestätigt hatte, dass die Lebensmittel von Tegut stammen. Weiterhin wurden ein Polizist und eine Polizistin vernommen, die die Angeklagten im Auto angehalten und dabei „eine ungewöhnliche Menge an Lebensmitteln“ im Auto entdeckt hatten. Bei ihnen habe sich deshalb der Verdacht des Diebstahls eingestellt.

Bei der Fortsetzung der Verhandlung am 20. Februar sollen unter anderem der Leiter der Tegutfiliale sowie die Vorsitzende der Witzenhäuser Tafel als Zeugen gehört werden.

Bilder vom ersten Verhandlungstag

Eschwege: Studenten wegen Lebensmitteldiebstahls vor Gericht

Noch bevor der Staatsanwalt die Anklageschrift verlesen konnte, hatte einer der drei Anwälte einen Befangenheitsantrag gegen den vorsitzenden Richter Alexander Wachter gestellt. Er habe in seiner Funktion als Pressesprecher Äußerungen zu Anklagepunkten gemacht, die bis zur Verhandlung nicht bewiesen worden seien. Der Antrag wurde jedoch abgewiesen.

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Von Sina Beutner 

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