Berufliche Schulen

EU-Förderung für Eibe-Klassen läuft aus

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Werra-Meißner. Die Beruflichen Schulen im Werra-Meißner-Kreis blicken in eine ungewisse Zukunft: Das Eibe-Programm läuft zum Ende des Jahres aus und bislang gibt es keine Informationen seitens des hessischen Kultusministeriums, wie es künftig weitergehen soll. Eibe ist ein berufsorientierendes Programm des hessischen Kultusministeriums, das Jugendlichen die Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt ermöglichen soll.

Bislang wurde Eibe durch den Europäischen Sozialfonds gefördert. „Die Finanzierung endet am 31. Januar und bislang ist uns kein Nachfolgekonzept vorgelegt worden“, sagt Bernd Funk, Schulleiter an den Beruflichen Schulen in Witzenhausen. An den beiden Beruflichen Schulen im Kreis gibt es derzeit sechs Eibe-Klassen mit rund 80 Schülern. Diese Jugendlichen kommen aus Förderschulen. Aber auch Schüler aus Gesamtschulen, die dort keinen Abschluss geschafft haben, werden durch Eibe aufgefangen.

„Diese Schüler werden sehr engmaschig durch einen Sozialpädagogen betreut“, sagt Funk. Mit dem Ende der Förderung würde diese Betreuung wegfallen. „Innerhalb der Eibe-Maßnahme unterstützen Sozialpädagogen die Schüler, helfen ihnen bei persönlichen Probleme mit Ausbildern, Behörden oder der Familie“, beschreibt Funk den Umfang der Betreuung. Eibe sei aber mehr als nur die Förderung von Jugendlichen. Innerhalb des Programms würde auch erwachsenen Migranten der Einstieg in die Arbeitswelt ermöglicht. „Eibe ist eine sehr gute Sache und die Angliederung an die Beruflichen Schulen gut, weil wir dichter am Arbeitsmarkt sind als allgemeinbildende Schulen“, ergänzt Manfred Zindel, Schulleiter an den Beruflichen Schulen Eschwege.

Das Hessische Kultusministerium wartet indes auf Rückmeldung der EU: „In den kommenden Wochen werden wir das Nachfolgekonzept konkretisieren, die Förderung wird definitiv weitergeführt“, sagt Eva Dubisch, stellvertretende Pressesprecherin beim hessischen Kultusministerium auf Anfrage.

Hintergrund

Eibe ist ein Programm zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt. Es hat einen hohen fachpraktischen Anteil und setzt auf eine starke Verzahnung zwischen Ausbildungsbetrieben und Berufsschule. Die Klassengröße ist auf maximal 15 Schüler begrenzt. In den Eibe-Klassen gibt es zusätzlich noch eine sozialpädagogische Betreuung. Die Schüler erhalten Unterstützung bei der Suche nach Lehrstellen und sollen den Hauptschulabschluss anstreben. Migranten können hier Deutsch lernen. Das Eibe-Programm ist ein Vollzeitangebot mit großen berufsorientierenden Anteilen. In drei Praktika erhalten die Schüler Einblicke in die Arbeitswelt. (alh)

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