Facebook fördert die Heimatliebe

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Mit Blick auf die Heimat: „Ausgehen in Eschwege“ ist mit über 2300 Mitgliedern eine der größten Eschwege-Gruppen bei Facebook. Hier gibt es Tipps für die Freizeitgestaltung, außerdem kann man sich miteinander verabreden.

Eschwege. Ortsbezogene Gruppen erfreuen sich auf Facebook wachsender Beliebtheit. Auch im Werra-Meißner-Kreis schließen sich immer mehr Menschen einer Gruppe im sozialen Netz an, die sich um ihren Wohn- oder Heimatort dreht.

Diese Gruppen dienen zum Austausch von Neuigkeiten, aber zunehmend auch für Diskussionen darüber, was die Einwohner vor Ort bewegt. Oft sind sie richtig nützlich.

Den Begriff des „sozialen“ Netzwerks hat die Gruppe „Nachbarschaftshilfe Eschwege und Umgebung“ wörtlich genommen. Hier passiert mehr als der übliche Small-Talk über Lokalkolorit. „Es gibt sicherlich genug Menschen in der Umgebung, die ein Handwerk beherrschen und helfen können“, schreibt die Administratorin der Gruppe Katharina Müller. „Ich habe diese Gruppe gegründet, damit man sich gegenseitig hilft.“ Ihre Idee wird gut angenommen. 815 Mitglieder sind bislang beigetreten. Wer beim Kistentragen helfen kann oder kleinere Reparaturen erledigt, kann sich per persönlicher Nachricht bei demjenigen melden, der die Hilfe anfordert. Computer-Probleme werden manchmal sogar im direkten Dialog gelöst. Der Gruppe kann jeder jederzeit beitreten.

Besonders beliebt bei Facebook sind sogenannte Communitys, die sich mit der Heimatstadt befassen. Dazu gehören „Wir sind Eschweger und bleiben es auch weiterhin“, Du kommst aus Sontra, wenn...“, die Seite von Grebendorf oder die „Wanfried Fanpage“.

Liebe zur Heimat

650 Eschweger haben sich „Wir sind Eschweger und bleiben es auch weiterhin“ angeschlossen. Administrator Michael Füllgrabe macht in der Beschreibung deutlich, worum es ihm geht. „Hier sind keine politischen Äußerungen oder Gewalt erwünscht“, schreibt er auf Facebook. Vielmehr sei die Gruppe für die gedacht, „die gerne den Leuchtberg sehen oder am liebsten einen Eimer voll Erde mit in die Fremde nehmen möchten“. Denn: Viele Ehemalige, die keine Eschweger mehr sind, halten über solche Seiten Kontakt zur alten Heimat. Ähnliche Gruppen gibt es für Bad Sooden-Allendorf, Sontra, Herleshausen, Wanfried oder Grebendorf. Besonders beliebt zurzeit: Das Veröffentlichen von alten Fotos. „Weißt du noch“, heißt es hier und schnell wird in nostalgischen Erinnerungen geschwelgt.

Eine Ehemaligen-Gruppe mit Lokalkolorit gibt es für Witzenhausen nach Informationen dieser Zeitung bisher noch nicht. In der Kirschenstadt steht ebenfalls der soziale Gedanke im Vordergrund. Die Seite des Tierschutzvereins Witzenhausen ist mit 1150 Mitglieder die größte Facebook-Gemeinschaft der Stadt. Hier werden Tiere lang- und kurzfristig vermittelt, außerdem entlaufene Tiere gesucht.

Die beliebteste Seite mit über 34000 Fans ist übrigens der Auftritt des Open Flair. Die Eschweger Klosterbrauerei hat 4700 Fans, die Werra-Rundschau 3800.

Von Tobias Stück

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