Feuerwehren im Kreis bilden Nachwuchs aus

Da steht er noch oben: Leon Humpe von der Freiwilligen Feuerwehr Hundelshausen hat die Grundausbildung absolviert.

Eschwege. Acht Meter in die Tiefe mussten die jungen Menschen, die jetzt die Grundausbildung zur Feuerwehrkraft absolviert haben. An einem Seil sollten die sich herunterlassen.

„Ich will nicht.“ Dieser Satz ertönte in der vergangenen Woche nicht nur einmal vom Dach der Beruflichen Schulen Eschwege. Denn oben standen, in Gruppen aufgeteilt, 67 vorrangig Jugendliche, die sich in den nächsten Minuten von dem acht Meter hohen Dach abseilen sollten - aber nicht immer wollten.

Gewagt hat den Abstieg letztendlich aber doch fast jeder: Für die Grundausbildung zur Feuerwehrkraft, die von der Landesfeuerwehrschule finanziert wird, haben die jungen Menschen, die von Freiwilligen Feuerwehren aus dem ganzen Kreis zusammengekommen sind, einiges auf sich genommen. „Wir hatten noch nie so viele Anmeldungen wie in diesem Jahr“, freut sich Kreisbrandmeister Oliver Bolte, der einer der acht Ausbilder vor Ort ist. Für die Teilnehmer war das weder Vor- noch Nachteil: Wie alle anderen auch haben sie sich 80 Stunden lang intensiv mit den Aufgaben der Feuerwehr beschäftigen müssen.

So gab es neben dem Abseilen vom Dach noch andere Aufgaben zu bewältigen: Eine dreiteilige Schiebleiter musste richtig angelegt und anschließend erklommen werden. „Auch der richtige Tritt auf die Sprossen wird hier geübt“, erklärt Stefan Scharf, seit 27 Jahren Ausbilder bei der Feuerwehr. Denn oftmals neige man dazu, die nur mit der Fußspitze zu betreten. „Genutzt werden muss aber der ganze Fuß.“

Eine Leiter spielt auch bei einer anderen Übung eine wichtige Rolle: So können mit der zum Beispiel Menschen aus einem Schacht gerettet werden. Und für die Rettung von Personen in eingeklemmten Fahrzeugen wurden die 67 Teilnehmer mit dem entsprechenden Werkzeug vertraut gemacht.

„Diese Grundausbildung, der sich noch eine 80-stündige Ausbildung in den jeweiligen Feuerwehren anschließt, ist die Voraussetzung dafür, dass die Teilnehmer irgendwann einmal mit zu Einsätzen genommen werden können“, erläutert Bolte. In der Regel markiere sie den Übergang von der Jugend- in die Freiwillige Feuerwehr. „Die Teilnehmer müssen aber mindestens 16 Jahre alt sein“, ergänzt Sven Rathgeber, stellvertretender Stadtbrandinspektor in Eschwege.

Feuerwehr bildet neue Kräfte aus

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