Der Kulturbund Eschwege zeigte „Die Feuerzangenbowle“ in der Stadthalle – Das Publikum war begeistert

Film fast eins zu eins umgesetzt

Der „Neue“ mit Mütze und Nickelbrille: Johannes Pfeiffer stellt sich seinen neuen skeptisch dreinblickenden Schulkameraden vor, die gerne Unfug treiben. Foto: Weber

Eschwege. Von den etwa sechshundert Zuschauern, die am Freitagabend den großen Saal der Eschweger Stadthalle restlos füllten, war wohl kaum einer, der nicht einen bestimmten Film im Kopf hatte. Denn bei der „Feuerzangenbowle“ denkt man natürlich unweigerlich an den köstlichen Film, der mitten im Schrecken von Berlin 1944 gedreht wurde.

Und so war das Publikum in froher Erwartung, die bekannte Geschichte nun auf der Bühne zu sehen. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht, wie der lange begeisterte Schlussapplaus nach fast drei Stunden zeigte. Die Altonaer Inszenierung, die nun auf Einladung des Kulturbundes dem Eschweger Publikum vorgesetzt wurde, war fast immer so dynamisch und lustig, wie man es sich gewünscht hatte – ein nostalgischer Spaß mit einer Gruppe von Darstellern, die insgesamt eine solide Gesamtleistung präsentierten.

Geschickte Bühnenfassung

Wilfried Schröders geschickte Bühnenfassung des beliebten Romans von Heinrich Spoerl über den Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer, gespielt von Ulrich Meyer-Horsch, der die versäumte Schulzeit nachholen will, hatte Regisseur Axel Schneider sorgfältig in Szene gesetzt und dafür gesorgt, dass das Ensemble seine komödiantischen Talente entfalten konnte. Was am überzeugendsten Hannelore Droege in der Rolle der inspizierenden Schulrätin Frau Windscheid gelang. Die Schauspielerin hatte davor auch die Zimmerwirtin stark karikierend gespielt, aber als Schulrätin glänzte sie mit feinsten komödiantischen Nuancen - wofür sie voll verdient den stärksten Szenenapplaus des Abends bekam. „Oberprimaner“ Pfeiffer („mit drei f“) spielte seine Rolle zufriedenstellend, wie auch die sechs „Mitschüler“, die für einige turbulente Szenen sorgten.

Doppelrolle mit Charme

Das Lehrerkollegium, geleitet vom Direktor Knauer, versuchte, den vertrauten Film eins zu eins umzusetzen, was stellenweise sehr gut gelang. Es bleiben die zwei jungen Frauen: die Schülerin Eva, die in dieser Bühnenversion zur Schulreferendarin avanciert war, und die hochnäsige Berliner Freundin des Pfeiffer: Zwei Rollen, die von einer Darstellerin mit einigem Charme gespielt wurden.

In der Summe war es ein amüsanter Abend mit vielen Lachern. Ein erfreulicher Erfolg für den Kulturbund, der zum ersten (und hoffentlich nicht zum letzten) Mal in dieser Saison den großen Saal füllen konnte.

Von Francisco Pujiula

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