Flagge zeigen zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

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Anita Menda und Thekla Rotermund-Capar zeigen Flagge.

Eschwege. „Frei leben - ohne Gewalt" heißt es auf Banner und Flagge, die seit gestern noch bis Sonntag über dem Eingang zum Landgrafenschloss prangen.

Als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen hissen weltweit seit über zehn Jahren am 25. November, dem internationalen Tag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ zahlreiche Stadtverwaltungen, Kirchen, Gewerkschaften, Bundes- und Landesministerien und andere Verbände die Flagge der Organisation Terre des Femmes.

Erstmalig beteiligte sich auch der Werra-Meißner-Kreis an dieser Aktion, die in diesem Jahr zeitgleich mit dem zehnjährigen Bestehen des Gewaltschutzgesetzes „Wer schlägt, der geht“ stattfindet. „Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Zwangsprostitution sind in Deutschland leider immer noch häufiger als man denkt“, erklärt Gleichstellungsbeauftragte Thekla Rotermund-Capar. Über die Grenzen Deutschlands hinaus sei die Genitalverstümmelung in Afrika die grausamste Art der Gewalt gegen Frauen.

„Leider wissen die wenigsten, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie Zeugen derartiger Formen von Gewalt werden“, beklagt die Gleichstellungsbeauftragte. Gerade in den Dörfern, wo jeder jeden kenne, wisse jeder Bescheid darüber, wenn ein Mann seiner Frau gegenüber gewalttätig geworden sei, doch niemand mache es öffentlich. „Es auszusprechen ist der erste Schritt, den man tun muss“, sagt Rotermund-Capar. Vor allem Jugendliche für dieses Thema zu sensibilisieren, ihnen aufzuzeigen, dass häusliche Gewalt nicht der Normalfall sei und sie diese Strukturen durchbrechen müssen, anstatt sie zu übernehmen, war die Intention der Personalratsvorsitzenden Anita Menda, als Kreisverwaltung sich an der Aktion zu beteiligen.

Auch wenn die Symbolik des Flaggehissen zunächst nichts am Problem ändere, gebe sie manchen einen Impuls, sich von außen Hilfe zu suchen. „Die Flagge legt den Fokus darauf, dass es eine Alternative zum Weggucken und Dulden gibt“, bringt Pressesprecher Jörg Klinge es auf den Punkt.

Von Gudrun Skupio

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