Flair-Fans nehmen Eschwege ein

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Diese Gruppe stammt aus Hünfeld und Wetzlar. Im Edeka-Markt an der Dünzebacher Straße decken sie sich mit Dosenpaletten Bier und Fertigbaguettes ein. Für die Einkaufstour nutzen sie den kostenlosen Fahrservice des Supermarktes. Fotos: Bettinger

Eschwege. Es hat begonnen, das Open Flair. Die Zahl der Menschen in Eschwege hat sich mal eben verdoppelt, die Aufregung vervielfacht.

Und während manch Ureinwohner sich vielleicht verzogen hat ob des Riesenansturms auf die Dietemannstadt, sind die Geschäfte rund ums Festivalgelände für alles gewappnet.

Für Claus Zindel von der McZ-Grillstation in Grebendorf ist das Flair fast schon wie die fünfte Jahreszeit. „Während des Festivals verkaufen wir zwei- bis dreimal so viele Hamburger wie sonst“, sagt er. Bis 23 Uhr hat das Fastfood-Restaurant normalerweise geöffnet, während des Flairs herrscht Open End. „Wir schmeißen niemanden raus“, so Zindel.

Im Altstadtgasthof „Zur Krone“ am Stad gibt es ab heute sogar eine spezielle Flair-Speisekarte. „Aufgrund des großen Ansturms verringern wir während des Festivals immer unser Angebot, um dem Koch das Leben nicht unnötig schwer zu machen“, sagt Inhaber Reinhard Brill. Für ihn ist die Flair-Zeit schon Routine. Bis zu fünfmal mehr Frühstücksgedecke muss er dann auftischen.

Die 16 Zimmer sind alle ausgebucht - von denselben Flair-Besuchern wie auch in den vergangenen Jahren. „Beim Auschecken buchen sie immer schon für das nächste Jahr“, sagt Brill - ohne zu wissen, welche Bands überhaupt kommen. „Es geht ihnen um die Stimmung und die Party“, erklärt Brill.

Auch bei der Sparkasse Werra-Meißner hat man in den vergangenen Jahren so seine Erfahrungen mit dem Open Flair gesammelt. „Unser Serviceteam schwärmt während solcher Großveranstaltungen öfter aus, um die Automaten mit Scheinen zu bestücken“, sagt Vorstandschef Frank Nickel. Betroffen sind vor allem die Geschäftsstellen am Stad und in der Friedrich-Wilhelm-Straße.

Und auch in den Supermärkten haben die Mitarbeiter kräftig geräumt für die Flair-Besucher. „Wir bieten vermehrt Grillwaren an, genauso wie Brot- und Backwaren und Spirituosen“, sagt Tegut-Filialgeschäftsführer Jörg Rudolph.

Festivalbesucher nehmen Eschwege ein

Edeka Zeuch aus der Dünzebacher Straße ist zum ersten Mal sogar mit einem eigenen kleinen Zelt direkt am Festival-Gelände vertreten. „Dort bieten wir gegen geringen Aufpreis alles an, was Konzert-Besucher und Camper so brauchen“, sagt er. Insgesamt rund 400 Artikel. Geöffnet ist das Zelt bis 2 Uhr nachts. „Wir profitieren jedes Jahr vom erhöhten Kundenaufkommen und wollten auch mal was zurückgeben“, begründet Geschäftsführer Björn Zeuch die Neuerung.

Beim Alten bleibt der kostenlose Fahrservice, den Zeuch schon seit Jahren anbietet. Sein Fahrdienstleiter Jürgen Stärke pendelt regelmäßig zwischen Camping-Platz und Supermarkt, um den Festival-Besuchern das Tragen der Taschen zu ersparen. Neu ist die Möglichkeit, gegen einen kleinen Obolus zum Duschen ins Schwimmbad gebracht zu werden.

Von Stefanie Bettinger

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