Beim Schinkengericht konnte man sich mit einem Ablassbrief auf einen Schlag freikaufen

Flatrate für Dauersünder

Modenschau: Die Schützendamen präsentierten Hüte vom Modell Landei bis zur Variante Klobrille.

Eschwege. Nach der gesanglichen Meldung an Hermann Löns, dass die Heide nun brennt, beginnt das Schinkengericht der Eschweger Schützen. Für die gnadenlose Aburteilung gibt es einen festen Grundtarif: 15 Euro plus Mehrwertsteuer plus Aufrundung gleich 20 Euro.

Abwasch in einem Speisfass: Geschirr spülen mussten von links die Stadtverordneten Markus Claus, Michael Schmidt, Bürgermeister und Oberstaatsanwalt Alexander Heppe und Stadtrat Jörg Hartebrodt. Fotos: Mayer

Zuschläge für eine große Klappe sind üblich, wer eine Showeinlage bringt bekommt die Strafe erlassen, dafür zahlt er Bühnengebühr.

Neun Herren und zwei Damen machten von der 50-Euro-Flatrate Gebrauch, womit alle Schandtaten pauschal gesühnt waren. Neuen Gästen wie Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann blieb eine finanzielle Sanktion erspart, er hat freiwillig gezahlt und dafür versprochen, dass Windräder im Kreis in überschaubarer Zahl bleiben. Sehr einträglich wie immer díe Gesangbuchkontrolle, kaum einer hatte seins dabei oder nur die alte Version. Oberstaatsanwalt Alexander Heppe in seinem achten Jahr führte souverän durch die einseitige Verhandlung, in der Widerspruch zwecklos und Verteidigung untersagt ist. Für das Klingeln in der Kasse wird sogar mit einem Handstreich die Immunität des Königshauses aufgehoben.

Zum Dauerläufer des Nachmittags avancierte CDU-Fraktionschef Stefan Schneider, der jedes Mal, wenn ein Foto von ihm mit Alkohol auf der Leinwand erschien, einmal durch den Saal laufen musste. Zur Hand geht dem Staatsanwalt Assistent Giorgio alias Jörg Rüppel. Dem einen kommt der Jurist und dem anderen der Polizist als Brotberuf zugute bei der Ausübung der Vollstreckungsämter.

Von Helmut Mayer

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