Aktuell leben 1345 Migranten in 39 Gemeinschaftsunterkünften

Flüchtlinge: Noch keine Entspannung im Kreis

Werra-Meißner. Die Schließung der Balkan-Route für Flüchtlinge macht sich auch im Werra-Meißner-Kreis bemerkbar: In den drei Einrichtungen des Landes im Kreis gibt es aktuell Überkapazitäten.

In Eschwege sind laut des Ministeriums von 910 Plätzen in der Helgoländer Straße lediglich 360, in Hessisch Lichtenau von 600 Plätzen 212 sowie in Sontra von 480 Plätzen 136 belegt. Laut Kreissprecher Jörg Klinge seien in den vergangenen Wochen auch keine weiteren Flüchtlinge in eine der drei Einrichtungen hinzugekommen. Ähnlich sieht es auch in anderen Erstaufnahmen des Landes aus, weshalb Sozialminister Stefan Grüttner am Dienstag ankündigte, dass alle 60 Einrichtungen in Hessen auf den Prüfstand kämen. Einzelheiten nannte Grüttner aber noch nicht. 

Im April solle entschieden werden, welche Einrichtungen im Dauerbetrieb bleiben, welche als Standby-Standorte genutzt und welche geschlossen werden. Während die Zahlen der Erstaufnahmeeinrichtungen zurückgehen, sieht die Lage in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises noch anders aus: „Bei uns ist das Problem noch nicht entschärft“, sagt Klinge. Bis vor Ostern seien dem Kreis rund 40 bis 50 Flüchtlinge wöchentlich zugewiesen worden. „Noch werden weiter Plätze eingerichtet“, sagt Klinge. 

Derzeit leben rund 1345 Flüchtlinge in 39 Unterkünften in allen Kommunen außer Berkatal (Stand März). Klinge hofft, dass erstmal keine weiteren Standorte im Kreis gesucht werden müssen, damit die Mitarbeiter der Kreisverwaltung eine Verschnaufpause bekämen, um die liegengebliebene Arbeit aufzuholen. „Das hängt jetzt aber alles von der Entscheidung des Landes ab“, sagt er. Wenn die Erstaufnahmen schnell aufgelöst werden, indem die Flüchtlinge auf die Landkreise aufgeteilt werden, müssten auch im Werra-Meißner-Kreis weitere Unterkünfte gesucht werden.

12.700 leben in hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen

Die Zahl der in Hessen ankommenden Flüchtlinge habe in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei durchschnittlich 130 gelegen, teilte Sozialminister Stefan Grüttner am Dienstag mit. Noch im Oktober sei es nicht ungewöhnlich gewesen, dass im Schnitt 1300 Flüchtlinge am Tag in Hessen eingetroffen seien, nannte er zum Vergleich. Grüttner hält an der Prognose von 72.000 Flüchtlingen in Hessen für dieses Jahr fest. Im Vorjahr waren rund 116.800 Flüchtlinge in Hessen angekommen; etwa 80 000 blieben als Erstantragssteller im Land. Aktuell leben in den 60 Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes rund 12.700 Flüchtlinge.

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