Unbekannte entsorgen Bauschutt bei Oberhone – Areal häufig Ziel von Umweltsündern

Freche Frevelei im Feuchtbiotop

Oberhone. Idylle pur, doch Umweltsündern nichts wert. Unbekannte haben vermutlich in der Nacht zu Mittwoch etwa 30 Kunststoff-Wellplatten im Feuchtbiotop bei Oberhone entsorgt. Entdeckt wurde der Frevel am Mittwochabend von Oberhones Ortsvorsteher Ortwin Ludwig.

„Wir haben hier ständig Probleme mit Müll“, sagt Helmut Noack vom Dorfverschönerungsverein Oberhone. Erst vor einigen Tagen wurden vier alte Autoreifen abgelegt, ein paar Meter weiter liegt ein Haufen Altholz. Besonders ärgerlich: Für heute hat der Verein mit vielen ehrenamtlichen Helfern geplant, die Fläche herzurichten und Sitzgelegenheiten aufzustellen. Jetzt muss erst der Bauhof anrücken, der den Bauschutt – vermutlich bei Sturmschäden entstanden – entfernt. „Und das auf Kosten der Allgemeinheit“, sagt Noack.

„Wir haben hier ständig Probleme mit Müll.“

Warum das Areal immer wieder Ziel von Umweltsündern wird, die sich die Entsorgungskosten auf dem Recyclinghof sparen wollen, ist leicht zu erklären. Die Anbindung von zwei Seiten (Hessenring und Oberhone) sowie die ausgebaute Teerstraße machen das Feuchtbiotop gut erreichbar. Zudem ist es von keiner Seite aus einsehbar.

Das Gebiet im Südosten des kleinen Eschweger Ortsteils ist laut Noack dabei sogar von historischer Bedeutung. Denn von hier aus wurde Oberhone einst über eine 1848 gebaute Tonleitung mit Trinkwasser versorgt. Zwischen 1989 und 1991 sowie 1998 und 1999 legte der Dorfverschönerungsverein in diesem Bereich dann ein Feuchtbiotop an. „Das war gar nicht so einfach“, erinnert sich Helmut Noack, „das musste mit elf verschiedenen Behörden abgestimmt werden. “ Inzwischen gehören fünf kleine, naturbelassene Teiche dazu. 1991 erhielt der Verein dafür den Umweltpreis der Kreisstadt Eschwege und 1994 auch den des Werra-Meißner-Kreises.

Von Lasse Deppe

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