Trashkids veröffentlichen mit dem zweiten Album „Dietepunk“ eine Hommage an Punk und ihre Heimatstadt

Vollgas im Rückwärtsgang

Selbst das Plattencover ist eine Reminiszenz an ihre Jugend in Eschwege: Die Trashkids (oben von links im Uhrzeigersinn) Amir Sufi, Markus Winkler, Jan Cziharz und Sascha Schwendt leben mittlerweile in der gesamten Republik verteilt. Ihre rosa Führerscheine wurden allerdings alle vom Landrat des Werra-Meißner-Kreises ausgestellt. Foto: privat

Eschwege. 20 Jahre hat es gedauert, bis die Eschweger Punkband Trashkids ihre erste CD aufgenommen hat. Das war 2011. Innerhalb von fünf Jahren erscheint jetzt die zweite Platte. „Und es wäre Material für noch mehr dagewesen“, sagt Martin Bartscher, der die Scheibe produziert hat. Heute Abend wird die neue CD „Dietepunk“ in Eschwege vorgestellt. Das Jubiläumsjahr zum 25-Jährigen hat aber noch mehr zu bieten.

Dietepunk

Die zweite CD der vier Musiker Jan Cziharz, Sascha Schwendt, Amir Sufi und Markus Winkler ist eine weitere Hommage an ihre Heimat. Der Dietemann – das Wahrzeichen der Open-Flair-Stadt – trompetet jede volle Stunde aus dem Turm des Eschweger Landgrafenschlosses direkt über den Dächern des Jugendzentrum JUZ in der Schlossmühle. Dort entstand bereits in den 1980er Jahren die „Brutstätte provinziellen Undergrounds“ mit erstaunlich guten, aber vor allen Dingen namenlosen Bands, deren einzige prominente Ausnahme bis heute The Bates geblieben sind. Sie alle waren Dietepunks.

Die CD

Die neue Platte umfasst 17 Songs, geschrieben im Alter von 15 bis 40 Jahren. „Mit Vollgas im Rückwärtsgang“, beschreibt die Band ihr neuestes Werk, das auch eine Reminiszenz an die eigene Jugend in Eschwege ist. Vier ganz neue Lieder sind zu hören, ansonsten sind es alte Stücke, die teilweise erst einmal live gespielt wurden. Martin Bartscher hat die Sisyphusarbeit übernommen und die alten Tonbänder restauriert und digitalisiert. „Ihm gehört unser großer Dank, er war die treibende Kraft für unsere zweite Platte“, sagt Bassist Sascha Schwendt. Der Plan für eine zweite CD reifte bereits nach dem Debütalbum 2011. Viele Lieder fanden nicht den Weg auf die Platte. 13 alte Stücke wurden jetzt erstmals richtig aufgenommen.

Im Studio

Alle Songs wurden live im Studio eingespielt. Das bedeutet, dass die gesamte Band gleichzeitig wie bei einem Liveauftritt im Tonstudio spielte. „So konnten wir das ganz eigene Timing der Band besser vermitteln“, sagt Martin Bartscher. Nur der Gesang wurde anschließend einzeln aufgenommen. Vier Tage hat sich die Band Ende März bei der Musicfactory in Eschwege quasi eingeschlossen. 70 Stunden haben sie für die Aufnahmen gebraucht.

Festivalsommer

Die Trashkids, die mittlerweile verstreut in der gesamten Republik leben und nur noch selten zu Konzerten zusammentreffen, spielen in diesem Sommer die bedeutendsten Festivals der Region. Am Samstag, 18. Juni, sind sie einer der Headliner des Go Ahead am Ostufer des Werratalsees. „Ihrem“ Festival haben sie eine Hymne geschrieben, die ebenfalls auf dem neuen Album zu hören sein wird. Höhepunkt des Sommers wird ein Auftritt beim Open Flair sein. Am Freitag, 12. August, spielen sie um 12.30 Uhr auf der Freibühne am Werdchen. Es ist nach 1994 ihr zweiter Auftritt auf dem Open Flair.

Von Tobias Stück

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