Fremde Bienen sind im Werra-Meißner-Kreis auf Pollensuche

Witzenhausen. Der Werra-Meißner-Kreis ist bei Imkern extrem beliebt. Mehrere tausend Völker stehen auf den Wiesen zwischen Sontra und Witzenhausen. Das Problem: Die wenigsten Völker stammen von Imkern aus der Region.

Industrielle Großimker haben den Werra-Meißner-Kreis für sich entdeckt und stellen hier ihre Bienen ab. Thomas Krüger, Vorsitzender des Eschweger Imkervereins, sieht das als Problem und hat die Initiative "Eschwege blüht auf" ins Leben gerufen.

Die Sonnentracht-Imkerei, eine Bioland-Groß-Imkerei aus Bremen, stellt beispielsweise im Spätsommer rund 500 Völker auf den Ländereien von Landwirten in der Umgebung auf. Die Insekten sollen hier überwintern. "Es wird immer schwieriger, geeignete Flächen mit ausreichenden Blüten zu finden", sagt Jakob Lang, Bruder des Geschäftsführers der Sonnentracht-Imkerei Gerrit Lang. Nachdem die Bienenvölker der Bremer Imkerei der Raps-, Akazien- und Lindenblüten gefolgt sind, kommen sie vor dem Herbst zurück. 500 Völker sind eine große Menge. Alle Imker des Eschweger Vereins zusammen kommen gerade auf die gleiche Anzahl.

Eschwege soll erblühen: Der Vorsitzender des Eschweger Imkervereins, Thomas Krüger, bietet ab sofort fünf Quadratmeter Bienenweide im Saatgut-Tütchen für zwei Euro an.

Auch im Gebiet des Imkervereins Witzenhausen stehen über 1000 Völker. Die Imker zwischen Witzenhausen und Großalmerode besitzen selbst lediglich 500 Völker. "Dass es hier zu wenig Bienen gibt, stimmt also nicht", sagt Danny Jöckel, Vorsitzender des Imkervereins Witzenhausen. Jöckel beobachtet den Trend der Wanderimker schon seit längerem, hat aber keine Bedenken, dass die fremden Bienen Schaden anrichten könnten. "Man muss das Phänomen aber beobachten", sagt Jöckel.

Mit "Eschwege blüht auf" sucht der Eschweger Imkerverein Unterstützung in der Bevölkerung. Honigkäufer sollen sich auch für eine Samenmischung entscheiden und sie im eigenen Garten aussäen.

Von Tobias Stück

Mehr zum Thema, wie Sie mithelfen können, dass die Bienen in der Region genug Nahrung finden, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der Werra-Rundschau.

Kommentare