„Glück, mit jungen Menschen zu tun zu haben, die vorankommen wollen"

Schulleiter Stenner nimmt Abschied vom Oberstufengymnasium

Abschied in den Ruhestand: Oberstudiendirektor Wolfgang Stenner wird heute als Leiter des Oberstufengymnasiums in Eschwege verabschiedet. Foto: Sagawe

Eschwege. Wolfgang Stenner liebt seinen Beruf. Das wird deutlich, wenn der Pädagoge von „meine Schülerinnen und Schüler“ spricht, vom „Glück, mit jungen Menschen zu tun zu haben, die vorankommen wollen“ redet und zum persönlichen Ziel erklärt, eben dieses Vorankommen zu fördern. Beruf ist Berufung und Herzensangelegenheit zugleich. „Ich bin vom ersten bis zum letzten Tag mit Freude zur Schule gegangen“, sagt Oberstudiendirektor Wolfgang Stenner, der am heutigen Dienstag als Schulleiter des Eschweger Oberstufengymnasiums verabschiedet wird.

Er habe nie versucht, über Stärke und Macht zu agieren. „Das wäre an einer Schule kein guter Weg.“ Kinder und Jugendliche zu überzeugen sei wichtig, nicht zu schimpfen, sondern zu loben.

Und was wünscht er sich für den Ruhestand? „Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt, hoffentlich bleibt das noch ein bisschen so.“ Mehr in der Natur sein wolle er, wandern und Rad fahren, Stenner sammelt Briefmarken, ist dem Handballsport zugetan, Zeit mit der Familie ist eingeplant, vor allem mit der halbjährigen Enkelin. „Sie ist meine ganz große Freude“, sagt Stenner.

Und dann ist da noch der tief verwurzelte Wunsch, etwas für andere Menschen zu tun. Stenner engagiert sich im Lions-Club und fühlt sich der Kreisstadt eng verbunden: „Eschwege ist meine Heimat und liegt mir sehr am Herzen.“ Helfen muss aber nicht zwingend mit Außenwirkung geschehen, sondern kann durchaus auch im Kleinen passieren und beispielsweise Mathenachhilfe für einen Schüler sein, der krankheitsbedingt nicht am Unterricht teilnehmen kann. „Ohne Bezahlung natürlich“, so Stenner.

Noch hat der Schulleiter einige Tage im Amt vor sich, sagt: „Ich räume mein Büro nach dem 31. Juli in aller Ruhe auf.“ So hielt er das stets: „Ich habe nie zu denen gehört, die schon einen Tag vor den Ferien Koffer gepackt haben.“ Persönliches Engagement, Pflichtbewusstsein, Freude am Beruf und große Dankbarkeit treffen im Handeln Stenners zusammen.

Er spricht von einem „Glücksfall, in einem solchen Umfeld, wie es der Werra-Meißner-Kreis vorhält, arbeiten zu dürfen“. „An dieser Schule fehlt es an nichts.“

Von Harald Sagawe

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