Der liberale Unternehmer Joachim Fehr feiert morgen seinen siebzigsten Geburtstag

Ein Freund gepflegter Streitkultur

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Ein Mensch, der sich einmischt: Joachim Fehr feiert am morgigen Sonntag seinen siebzigsten Geburtstag. Intoleranz und Dummheit seien ihm zuwider sagt der überzeugte Liberale, der ein Freund kontroverser Diskussion ist.

Eschwege. Ebenso sehr wie Joachim Fehr eine kontroverse Diskussion mit gepflegter Streitkultur zu schätzen weiß, sind ihm Intoleranz und Dummheit zuwider. „Ich suche die Herausforderung, mich mit Menschen auseinanderzusetzen, die etwas zu sagen haben, auch wenn sie nicht meiner Meinung sind“, sagt der überzeugte Liberale.

Im Hauptberuf leitete er als selbstständiger Unternehmer eine Beratungsfirma mit bis zu 150 freien Mitarbeitern, führte über viele Jahre die FDP-Fraktion in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung, gehörte zahlreichen weiteren kommunalen Gremien an, engagierte er sich auf breiter Ebene gesellschaftlich und bis vor wenigen Wochen war er noch Aufsichtsratsvorsitzender der Volks- und Raiffeisenbank Werra-Meißner. Am morgigen Sonntag wird Joachim Fehr 70.

Fehr ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und zwei Enkel. Ein gutes Buch - Udo Di Fabios „Die Kultur der Freiheit“ zählt er zu seiner Lieblingslektüre - ziehe der Jubilar der Berieselung in einer Veranstaltung vor. Und auf die vierzehntägigen Treffen mit Freunden zum Rommespielen freue er sich ganz besonders. Nachdem er aus dem Aufsichtsgremium der Bank ausgeschieden sei und damit sein letztes Amt abgegeben habe, wolle er die neue Freiheit nutzen, mehr reisen und Kultur genießen. Was nicht bedeutet, dass sich der politische Mensch Joachim Fehr aus allem heraushalten würde. Das hat er nie getan.

„Ich weiß, dass ich in meinem Leben den einen oder anderen genervt habe“, räumt er ein. Fehr hat sich eingemischt, und das will er auch in Zukunft tun. „Die Stadt steht vor wichtigen Zukunftsaufgaben“, mahnt er Veränderungen in der Verwaltung an. „Auch in der Spitze“, wie er sagt.

Kooperationen mit benachbarten Kommunen müssten intensiviert, Ressourcen gemeinsam genutzt, Aufgaben auf untere Ebenen delegiert werden, um die regionalen Strukturen dauerhaft erhalten zu können. Fehr schlägt vor, kommunale Unternehmen in einer gemeinsamen Holding zu konzentrieren, um ehrenamtliche Aufsichtsgremien zu entlasten und fordert: „Die strategische Ausrichtung einer Stadt sollte sein, wie die eines Unternehmens.“

Mit regelmäßigen Verpflichtungen wolle er seine neu gewonnene Freiheit nicht blockieren, sich vielmehr projektbezogen engagieren. „Ich würde gern versuchen einmal eine ganz besondere Veranstaltung nach Eschwege zu holen.“ Das Dauerziel Spanien will Fehr in Zukunft öfter bereisen, Malta und Island stehen ebenfalls auf der Liste. „Und natürlich Nordschweden, da habe ich meine Frau kennengelernt.“

Wenn der Jubilar davon spricht, dass er sich mehr bewegen müsste, kommt das schlechte Gewissen der eigenen Gesundheit gegenüber zum Ausdruck, und wenn er betont: „Mein Leben ist gelebt, ich gehe die Dinge jetzt mit einer anderen Einstellung an“, sagt er das mit der Gelassenheit des gesetzten Alters.

Von Harald Sagawe

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