Ein Ort für die ganze Familie

Kindergärten werden Begegnungsstätten

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Familienhaus Kindertagesstätte: Clara-Marie Quentin, Heidi Ott, Felix-Jakob Quentin, Silke Eschstruth, Georg Eschstruth, Ethan Schnell, Lennart Isinger und Johanna Eschstruth basteln gemeinsam. Foto: Sagawe

Eschwege.  Das Angebot geht über das eines normalen Kindergartens hinaus: das der Familienhäuser in Eschwege. Dort werden Geschwisterkinder mit einbezogen, Eltern umfassend beraten.

Die kurze Plauderei gehört wie selbstverständlich dazu, wenn Silke Eschstruth Tochter Johanna im Hort der Kindertagesstätte Mauerstraße in Eschwege am Nachmittag abholt. Mit dabei ist Johannas kleiner Bruder Georg. Der besucht zwar einen anderen Kindergarten, gehört aber irgendwie auch zur Gemeinschaft. „Das ist Teil des Konzeptes“, erklärt Tagesstättenleiterin Heidi Ott das Projekt „Eschweger Familienhäuser“. Denn genau das sollen die zehn Tagesstätten in der Kreisstadt sein: Familienhäuser.

Geschwisterkinder werden einbezogen in die Arbeit, Freunde und Familie sind bei den Angeboten stets willkommene Gäste.

656 Kindergartenkindern und 834 Eltern, haben im vergangenen Jahr an 66 Veranstaltungen des Projekts teilgenommen. „Die Familienhäuser sind ein von der Kreisstadt Eschwege, der Familienbildungsstätte und dem Werra-Meißner-Kreis seit 2011 gemeinsam getragenes Projekt“, erklärt Erster Stadtrat und Sozialdezernent Reiner Brill. „Unser Ziel ist die Weiterentwicklung der Kindergärten zu Begegnungsstätten, in denen Eltern bei Bedarf umfassend beraten und Kinder ganzheitlich in ihrer Entwicklung gefördert werden.“ Über Vorlesepaten bekommen Kinder Zugang zu Büchern, beim gemeinsamen Zelten mit dem Papa erleben Mädchen und Jungen Natur.

„Ein ganz besonderes Erlebnis sind unsere Wanderungen zum Leuchtberg mit Picknick“, erzählt Heidi Ott. Gesunde Ernährung ist ein wichtiges Thema - verpackt in den Alltag aber auch als gezieltes Beratungsangebot. Die Familienhäuser haben leicht zugängliche Beratungs- und praktische Unterstützungsangebote; aber auch die klassische Familienbildung findet Raum. Darunter fallen zum Beispiel offene Elternsprechstunden, Flohmärkte für Spiele, Kleider, Bücher und Veranstaltungen wie kreatives Basteln oder eben auch gesunde Ernährung.

Die Einrichtungen lernen im Projekt von den guten Beispielen anderer Tagesstätten und nehmen gemeinsam an spezifischen Fortbildungsangeboten teil.

„Die besondere Aufgabe für alle auch in diesem Jahr am Projekt Familienhäuser beteiligten Einrichtungen wird sein, wieder die Themen aufzugreifen, die für die Kinder und ihre Eltern von besonderen Interesse sind und ihnen Hilfestellung bei der Bewältigung des manchmal nicht ganz einfachen Familienalltags geben zu können“, kündigt Brill an.

Von Harald Sagawe

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