Gastronomie: Zahl der Betriebe im Werra-Meißner-Kreis sinkt weiter

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Eschwege. Nachwuchsmangel, Investitionsprobleme, Konkurrenz durch Bürgerhäuser, enge Gesetzesauflagen und ein geändertes Verbraucherverhalten - das Gastrogewerbe stöhnt. Im Werra-Meißner-Kreis haben allein im Zeitraum 2006 bis 2011 insgesamt 42 gastronomische Betriebe schließen müssen.

Teils weil der Nachwuchs fehlte, teils aber auch, weil gerade im ländlichen Raum den Wirten die Kunden davonrennen. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Hessen (Dehoga Hessen) haben in den vergangenen acht Jahren hessenweit etwa 800 klassische Gasthäuser sowie Dorf- und Eckkneipen ihre Pforten für immer schließen müssen. Der Verband reagiert darauf und will ab Herbst mit der Aktion „Gasthaus trifft Rathaus“ durch die hessischen Städten und Gemeinden touren, um sich für eine bessere Unterstützung der Gastronomie einzusetzen. „Wir wollen mit den Verantwortlichen der Kommunen über eine nachhaltige Verknüpfung von Gastgewerbe, Tourismus und Kommunalpolitik sprechen“, sagt Gerald Kink, Präsident des Dehoga Hessen, „Das Gastronomiesterben ist schon seit langem vorprogrammiert“, sagt Gerold Schwarz. Er ist seit vier Jahren Geschäftsführer im Schlosshotel Wolfsbrunnen in Schwebda und Vorstandsvorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Werra-Meißner. Er fordert ebenfalls eine noch bessere touristische Vermarktung. „Wir haben hier eine wunderschöne Region, die viel zu bieten hat“, sagt Schwarz. Bei der touristischen Dachorganisation Werratal-Tourismus-Marketinggesellschaft (WTMG) werden die Probleme der Gastronomie sehr ernst genommen. Allerdings sieht Anett Reyer-Günther von der WTMG auch zahlreiche positive Entwicklungen und vor allem Chancen für Gastwirte. So seien sowohl die Übernachtungszahlen als auch die Zahlen der Tagesgäste im Werra-Meißner-Kreis in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Von Diana Rissmann

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