Grünen-Stadtverordnete kritisieren Problemzonen und Planungsfehler an den Anlagen

Gefahr für Radler und Fußgänger

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Wenn Fußgänger am Überweg stehen, wird es für Radfahrer schwierig, von der Fahrbahn auf den neuen Weg zu wechseln, kritisieren die Stadtverordneten Claudia Fiedler und Armin Jung.

Eschwege. Erhebliche Sicherheitsmängel sieht der Stadtverordnete Armin Jung in der Radwegeführung entlang der umgebauten Straße an den Anlagen zwischen Schlossplatz und dem Leimentor-Kreisverkehr in Eschwege.

„Mindestens drei Gefahrenquellen“, so der Abgeordnete der Grünen, „habe ich auf dem kurzen Streckenabschnitt ausgemacht.“ Während der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wies Jung auf die Problematik hin und forderte einen kurzfristig anberaumten Ortstermin für den Bau- und Planungsausschuss.

Als schwerwiegendsten Mangel beschreibt Jung die Anbindung des neuen Radweges unmittelbar hinter der Schlossplatzkreuzung in Richtung Leimentor. In Höhe des Fußgängerüberweges sollen die Radfahrer von der Straße auf den neuen Radweg wechseln. Eine Bordsteinabsenkung ist entsprechend markiert. Das Problem: An der Stelle, an der die Radfahrer die Fahrbahn wechseln, warten zeitgleich die Fußgänger vor der roten Ampel.

„Wenn ich mit dem fließenden Verkehr zügig auf den Radweg fahre, riskiere ich einen Zusammenprall mit wartenden Menschen“, so Jung. Stoppe er, um langsam von der Fahrbahn auf den Weg zu wechseln, behindere er den Verkehrsfluss und laufe Gefahr, von hinten von einem Auto angefahren zu werden.

Für Jung steht fest: Hier waren Planer am Werk, die selbst nicht mit dem Fahrrad unterwegs sind. Der Stadtverordnete kritisiert, dass die Radfahrverbände nicht in die Planungen involviert worden seien. „Innerstädtische Radwege werden auf der Fahrbahn geführt und nur mit einer weißen Linie abgegrenzt“, kritisiert Armin Jung. Das Problem wäre gar nicht erst aufgetreten, und die Variante hätte deutlich weniger Geld gekostet.

In entgegengesetzter Richtung verlassen die Radfahrer ihren eigenen Weg, fädeln auf die reguläre Fahrbahn ein und sind dann auf der Linksabbiegespur in Richtung Schlossplatz. Jung: „Wer hier geradeaus auf die Bahnhofstraße fahren will, muss sich zwischen den anderen Autos hindurchschlängeln.“ Auch hier lauerten beim Spurwechsel erhebliche Gefahren auf die wenig geschützten Radfahrer. Und schließlich, so der Abgeordnete, könne es an der Einfahrt zum Nikolaiplatz zu brenzligen Situationen kommen. Hier müssten die geradeaus fahrenden Radler warten, weil Linksabbieger Vorrang haben. Das sei aber nicht deutlich genug beschildert.

Die neue Straße ist erst in der vergangenen Woche nach mehrmonatiger Bauzeit in Betrieb genommen worden.

Von Harald Sagawe

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